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Wie du die Ängste deines Kindes in den Griff bekommst und den Umgang damit meisterst

Inhaltsverzeichnis

Wenn ein Kind starke Angst hat, stehen wir als Mama oder Papa oft ratlos da. Manche Ängste können wir vielleicht nachvollziehen, für andere liegen die Gründe erst mal im Dunkeln. Wie jedoch mit der Angst umgehen?

Das ist die ganz entscheidende Frage, und da kommen wir als Erwachsene oft an Grenzen.

Ich gebe dir in diesem Guide konkrete Impulse, wie du dein Kind in seiner Angst begleiten kannst.

Wieso haben Kinder oft Ängste?

Kinder können Angst vor offensichtlichen Gefahrensituationen haben. Wie wichtig Angst eigentlich ist, sehen wir bei solchen Gelegenheiten am besten:

Wenn mein Kind Angst vor Autos hat, ist die Gefahr weniger groß, dass es auf die Straße rennt und überfahren wird. Hier können wir die Angst verstehen und sie erscheint sogar nützlich.

Manchmal gibt es jedoch auch Ängste, die wir zunächst vielleicht unerklärlich finden. Da sind dann Monster unterwegs oder andere für uns unsichtbare Wesen. Vor allem in der so genannten magischen Phase mixen die Kinder tatsächlich Erlebtes und „Erfundenes“ wild durcheinander. Die magische Phase ist bei den meisten Kindern im Alter zwischen zwei und fünf oder sechs Jahren und sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Ob ganz real oder erst mal unerklärlich: Angst ist ein Gefühl, das gesehen und gehört werden möchte. Hinter dem Gefühl steckt ein unerfülltes Bedürfnis. Kinder mit Angst wünschen sich oft Sicherheit bzw. Schutz. Es kann auch das Bedürfnis nach Geborgenheit, Klarheit, Ordnung, Orientierung, Führung oder Gesundheit (auch emotionaler Gesundheit) sein.

Im Sinne der GfK dürfen wir nach den Bedürfnissen forschen und ihrer Erfüllung ein wenig näherkommen. Und dann wird auch die Angst weniger.

So hilfst du deinem Kind, Ängste zu überwinden & machst Mut

Mir ist es zunächst einmal wichtig, dass ich jede Form von Angst bei meinem Kind ernstnehme. Egal ob es der sehr reale Hund unserer Nachbarn ist oder Wesen aus der Fantasiewelt, wie die berühmten Monster unter dem Bett.

Denn auch wenn die Monster irreal sind: Die Angst meines Kindes ist real, und das unerfüllte Bedürfnis, das hinter der Angst steht – auch das ist real. Gemeinsam das unerfüllte Bedürfnis erforschen und seiner Erfüllung ein wenig näherkommen, damit dürfte meinem Kind mehr geholfen sein als wenn ich abwinke und sage

„Ach komm, Monster gibt’s doch gar nicht!“

Nur, wenn du die Angst deines Kindes annimmst, kannst du das Bedürfnis dahinter entdecken. Angst kann damit ein Schlüssel sein, um wertvolle Einblicke in die Gefühlswelt unseres Kindes zu bekommen.

Machen wir also die Angst zu unserem Partner!

Ängste bei Kindern: So gehst du mit typischen Situationen um

Angst vor dem Dunkeln, Angst vor dem Zubettgehen, Angst vor Menschenansammlungen, Angst allein zu sein, Angst vor Staubsaugern, Angst vor der Toilette oder Angst vor dem Postboten: Die Liste könnte ich endlos fortsetzen.

Wenn ihr noch mehr darüber lesen wollt, wovor Kinder so alles Angst haben, lest gerne meine Elternumfrage auf Instagram:

Hier ansehen

Um uns genauer anzuschauen, wie du mit Angst bei deinem Kind im Alltag umgehen kannst – dafür ist es erst mal fast egal, wovor dein Kind konkret Angst hat.

Die Angst annehmen und ernst nehmen, nach dem dahinterstehenden unerfüllten Bedürfnis forschen und Wege suchen, um der Erfüllung des Bedürfnisses näherzukommen – das ist die Strategie, die ich anwende, unabhängig vom jeweiligen Angstauslöser.

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Wie dein Kind das macht, was du sagst!

Wenn du noch mehr praxisnahe Impulse zu allen wichtigen Themen rund um den Alltag mit Kindern haben möchtest, kannst du dir gerne mein Workbook herunterladen. Mit meinen Impulsen gewinnst du an Sicherheit, die sich auch in typischen Angstsituationen auf dein Kind überträgt. Kosten für dich? Keine!

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Mein Kind hat Angst vor dem Arzt bzw. der Ärztin

Doch jetzt mal Schluss mit Theorie, wir spielen das jetzt mal an einem konkreten Beispiel durch. Stellen wir uns vor, dein Kind hat Angst vor dem Arztbesuch:

möchte am liebsten wegrennen, wehrt sich gegen die Untersuchung, das Blutabnehmen oder das Impfen – der reinste Horror!!

Wie dein Kind seine Angst zeigt, ist natürlich stark vom Charakter deines Kindes abhängig: Die eine brüllt vielleicht die Praxis in Grund und Boden, der andere klammert sich wie ein Äffchen an Mama oder Papa.

Manchmal ist es mir völlig klar, dass die Kinder Angst vor dem Arztbesuch haben … Kennt ihr zum Beispiel so Situationen, dass die Ärztin beim Impfen sagt, sie zählt jetzt bis drei und steckt dann die Spritze rein? Ich hatte mal einen Impftermin, bei der die Spritze dann bei zwei schon drin war! Wie kann ein Kind da Vertrauen aufbauen?

Ängste Kind Dialog

Ich möchte dich einladen, dein Kind zu unterstützen:

Ich möchte dich einladen, dein Kind zu unterstützen:

auch und gerade dann, wenn ihr solche oder ähnliche Situationen schon erlebt habt. Ich würde vorschlagen, den Arztbesuch mit deinem Kind im Vorfeld schon vorzubereiten und dein Kind dann beim Arztbesuch gut zu begleiten, sozusagen als Schutzschild deines Kindes.

Schritt 1: den Arztbesuch vorbereiten

Ein Allergietest, eine Impfung oder eine Blutabnahme stehen an? Das löst wahrscheinlich bei deinem Kind mulmige Gefühle aus, und bei dir selber vermutlich auch.

Ich würde grundsätzlich zuerst mal in die Selbsteinfühlung gehen und mir die Frage stellen:

Warum machen wir das eigentlich?

Also was ist der Grund für die Entscheidung, dass getestet, geimpft oder Blut abgenommen wird? Vielleicht findest du in dir Zweifel, ob der Termin wirklich nötig ist – geh ihnen gerne nach! Bei manchen Arztterminen bin ich schon zu dem Ergebnis gekommen, dass ich Zweifel an der Notwendigkeit habe, und dann hab ich den Arztbesuch abgesagt.

Doch klar, in den allermeisten Fällen ist es bei Arztterminen schon so, dass wir sie um der Gesundheit unseres Kindes willen wahrnehmen wollen. Wir haben ja die Verantwortung für die Gesundheitsfürsorge! Für mich ist der entscheidende Vorteil der Selbsteinfühlung: Wenn ich das stark im Bewusstsein habe, also

„Ich bin zuständig für die Gesundheit meines Kindes und ich bin überzeugt davon, dass das Blutabnehmen dafür nötig ist“

, dann habe ich einen sehr guten Grund. Und gute Gründe geben Sicherheit. Diese Sicherheit wird auch dein Kind spüren: Mama/Papa will, dass ich gesund bleibe, und weiß, was zu tun ist.

Ich würde mich, wenn noch unbekannt, beim Arzt zum Ablauf informieren, wie die das machen.

Also ruf ich an und frage:

Wie läuft das ab bei euch? Auch Informationen geben Sicherheit, dir und deinem Kind.

Und dann kannst du in die konkrete Vorbereitung gehen mit deinem Kind. Welche Strategien gut sind, ist ganz euch überlassen. Wenn ihr Leseratten seid, könnte ein Buch zum Thema Arztbesuch eine gute Strategie sein.

Das schaut ihr euch ein paar Tage vor dem Arztbesuch an, einfach um euch dem Thema anzunähern. Für andere ist vielleicht ein passendes Hörspiel besser. Noch mal andere Kinder malen gerne – ihr könntet gemeinsam ein Bild vom Arztbesuch malen.

Oder viele haben ja auch einen Arztkoffer zu Hause, da könntet ihr in Rollenspielen schon mal „üben“:

Dein Kind behandelt dich, du behandelst dein Kind, oder ihr behandelt gemeinsam Kuscheltiere oder eine Puppe.

Erzähl deinem Kind offen, was kommt. Die Informationen hast du ja vorab eingeholt. Wenn du vorher schon weißt, dass es eine Spritze geben wird, sag deinem Kind das. Wir sind ehrlich mit unserem Kind.

Erklär ihm auf Augenhöhe (der Augenhöhe deines Kindes), warum das wichtig ist und warum wir das so machen. Das ist einfach eine klare Information für dein Kind: Mama/Papa hat das so entschieden, und so ziehen wir es durch.

Weitere wichtige Informationen für dein Kind wären an der Stelle so Sachen wie

„Wir kriegen das zusammen hin“

und

„Ich bin die ganze Zeit bei dir, ich unterstütze dich“.

Schritt 2: den Arztbesuch begleiten

Beim Arztbesuch machst du das dann einfach so weiter. Du führst dein Kind da durch. Bis zum Alter von etwa sieben Jahren ist Körperberührung ganz wichtig.

Das heißt du hast dein Kind auf dem Schoß oder hältst es an der Hand, so wie es für euch am besten ist und sich mit den Untersuchungen bzw. Behandlungen gut vereinbaren lässt.

Ich weiß, dass es in der Umsetzung schwierig werden kann, wenn du dein Kind bedürfnisorientiert begleiten möchtest und die Arztpraxis nen vollen Terminkalender und ein volles Wartezimmer hat. Da sind die vielleicht recht genervt oder ungeduldig, wenn sie darauf warten sollen, bis ihr die fünfte Empathieschleife durchhabt und dein Kind vielleicht irgendwann bereit ist. Ja und dann kommt vielleicht noch der Vorschlag

„Wenn du mich jetzt die Spritze setzen lässt, kriegst du danach auch ein Gummibärchen.“

So was schieb ich weg. Also natürlich kann mein Kind ein Gummibärchen haben, doch das Gummibärchen hat ja mit der Impfung rein gar nichts zu tun.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, warum ich auf Belohnung und Bestrafung grundsätzlich verzichte, lies gerne auch die Blogartikel:

Ängste Kind Zitat

Doch was ist mir wichtig: Dass die Ärztin fröhlich ist oder dass es meinem Kind gut geht?

Die Antwort dürfte auf der Hand liegen:

Es ist die Seele meines Kindes, um die ich mich bestmöglich kümmern möchte. Ich bin sein Schutzschild. Ich möchte euch Mut machen, dieser Schutzschild für eure Kinder zu sein.

Mal ganz deutlich: Mir ist es scheißegal, ob die Ärztin mich nett findet. Ich kommuniziere also so klar wie möglich:

„Wir machen diese Impfung heute. Und wir machen sie erst dann, wenn mein Kind dazu bereit ist.“

Das sind klare Botschaften – für mein Kind und für die Leute in der Praxis.

Ihr braucht mehr Zeit, als die Ärztin gerade hat? Versucht kreativ Lösungen zu finden. Vielleicht bittet ihr die Ärztin, zuerst einen anderen Patienten dranzunehmen und später wieder zu euch zu kommen. Plant am besten vorab schon genügend Zeit für den Arzttermin ein – das nimmt euch ein bisschen Stress weg. Und du hast Raum, mit deinem Kind so lange in die Einfühlung zu gehen, bis es bereit ist.

Das würde ich unbedingt auch noch in der Nachbereitung machen. Ihr könnt zum Beispiel bei eurem Abendritual feiern, dass das mit dem Arztbesuch dann doch noch so gut geklappt hat, und ggf. bedauern, dass der Arztbesuch trotz allem noch mit Angst verbunden ist.

Fazit

Angst darf sein! Das ist mir ganz wichtig.

Wir begleiten unser Kind in der Angst und zeigen ihm Wege zum Umgang mit der Angst, damit sie an Macht verliert, denn als Mama und Papa sind wir der Schutzschild unseres Kindes.

Wie wir das konkret anstellen können – dafür konnte ich dir hoffentlich ein paar wertvolle Impulse mitgeben.

Das haben Leser:innen noch gelesen:

Relevante Podcast-Folgen:

Workbook Wertschätzende Kommunikation

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Komme sofort in die Umsetzung!

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