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Gewaltfreie Kommunikation – Ein Beispiel der Giraffensprache beim Zähneputzen

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Inhaltsverzeichnis

Ihr habt mir von euren Erlebnissen beim Zähneputzen mit Kindern berichtet. Kinder haben ja ein ganz schönes Repertoire, wenn sie partout keine Zähne putzen wollen: Mund zusammenpressen, zappeln, weinen, um sich schlagen, wegrennen, Zahnpasta essen, Zahnbürste im Mund festhalten … alles, nur keine Zähne putzen.

Ich gehe davon aus, du willst keine körperliche oder seelische Gewalt anwenden. Deshalb erzähle ich dir hier, wie du mit Konflikten beim Zähneputzen anders umgehen kannst.

Gewaltfreie Kommunikation im Alltag - Beispiel Zähneputzen

Gewaltfreie Kommunikation lernst du am besten an praktischen Beispielen, und Konflikte beim Zähneputzen sind so was wie ein Klassiker der GfK.Ein Klassiker der Konflikte im Alltag, die wir statt im Kampf in Verbindung lösen können – mit der GfK.
An einem Streit rund ums Zähneputzen kann ich sehr gut zeigen, wie wichtig es ist, die eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse des Kindes zu erforschen, weil dieser Weg zu Verständnis, Kooperation und Harmonie führt.

Zähneputzen findet in der Regel entweder morgens statt, wenn oft die Zeit drängt, oder abends, wenn alle schon müde und erschöpft vom Tag sind. Kein Wunder, dass bei uns Eltern der Geduldsfaden da sehr kurz ist. Die Gewaltfreie Kommunikation lehnt alle gewaltsamen Maßnahmen ab. Am Beispiel des Zähneputzens wären das Sachen wie Zahnbürste in den Mund stecken, Mund festhalten oder Drohungen bzw. Bestrafungen aller Art. Wir suchen liebevolle Wege und setzen auf die Freiwilligkeit. Ja, das geht!

Ganz wichtig vorab, und das darfst du dir ganz fest merken und dich immer wieder daran erinnern: Dein Kind verhält sich beim Zähneputze so, weil es keine andere Möglichkeit sieht sich sein Bedürfnis zu erfüllen. Auch dein Kind will viel lieber Frieden und Freude im Familienalltag haben. Am wichtigsten ist deinem Kind, dass es von dir geliebt wird. Und wie wird ein Mensch geliebt? Indem er gehört und gesehen wird – mit all seinen Facetten.

Warum also verhält sich dein Kind beim Zähneputzen so widerwillig? Die Antwort ist eigentlich einfach: Es will dich auf mindestens ein unerfülltes Bedürfnis aufmerksam machen. Und es braucht deine Hilfe, um sich selber zu verstehen und seine Bedürfnisse erfüllen zu können.
Bevor es an die Strategien geht – ist es wichtig herauszufinden, welches Bedürfnis deines Kindes noch unerfüllt ist.

Dies könnten unter anderem Spiel&Spaß, Autonomie, Orientierung oder Unterstützung sein. Je nachdem welches Bedürfnis ihr erforscht habt – können dann gemeinsam Strategien gefunden werden.

Es gibt viele Einzelstrategien, die zum Erfolg führen können: Spiele spielen, Lieder singen, Musik hören – alles, was funktioniert, ist gut. Gleichzeitig ist eine Strategie, die meinem Kind hilft, für dein Kind keine Option. Und so eine Strategie hat auch keine unendliche Haltbarkeitsdauer. Etwas, das heute die ultimative Hilfe ist, kann morgen schon ein absolutes No-Go sein. Überhaupt kann eine Hilfsstrategie nur zum Erfolg führen, wenn zuvor Einfühlung stattgefunden hat.

Ich möchte dich dazu ermutigen, herauszufinden, wo der Kern eures Konfliktes liegt, und selber Strategien zu finden und auszuprobieren – eure Strategien zu finden. Wie immer in der GfK fangen wir bei uns selber an, bei der Selbstempathie. Denn nur wenn wir mit uns verbunden sind, können wir uns auch erst wahrhaftig mit anderen verbinden.

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Was ist Selbstempathie?

Die Definition von Selbstempathie lautet, sich im gegenwärtigen Moment selbst wahrzunehmen, ohne Gedanken und/oder Gefühle zu bewerten oder zu verurteilen und auch ohne mit ihnen zu verschmelzen, wie es beim Selbstmitleid der Fall ist.

Vielleicht fragst du dich, warum du dich selbst wahrnehmen sollst, wenn du einen Konflikt mit deinem Kind zum Thema Zähneputzen lösen möchtest? Es ist einfach: Dein Kind möchte dir mit seinem Verhalten etwas mitteilen. Mindestens eines seiner Bedürfnisse ist unerfüllt. Da dein Kind noch zu klein ist, um in einem Selbstempathie-Prozess herauszufinden, warum eigentlich es sich gerade schlecht fühlt, braucht es dich: damit du als Mama oder Papa dich in dein Kind einfühlst und zu spüren versuchst, was es braucht.

Empathisch kannst du nur sein, wenn du ein Gefühl dafür hast, was bei dir selber gerade los ist. So wie du ein Lächeln nur dann wirklich verschenken kannst, wenn dein Herz dafür bereit ist, so kannst du auch nur dann Aufmerksamkeit, Fürsorge, Anteilnahme und Einfühlung geben, wenn du innerlich dafür bereit bist. Deshalb ist die Selbsteinfühlung immer Teil der Gewaltfreien Kommunikation mit deinem Kind.

Der Selbstempathie-Prozess - So kann man ihn lernen

Ja, du kannst Selbstempathie lernen! Am Beispiel des Zähneputzens können wir einmal den Weg zur Selbstempathie gemeinsam durchspielen.

Schritt 1
Überlege dir eine konkrete Situation, in die du und dein Kind beim Zähneputzen kommen. Beschreibe die Situation völlig wertfrei: Was passiert?

Schritt 2
Frag dich dann, was bei dir selber gerade los ist: Welche Urteile und Gedanken tauchen bei dir auf? Das kann beispielsweise sein: „Kannst du nicht EINMAL einfach deine Zähne putzen?“ oder „Dir werden mal noch alle Zähne raus faulen“ oder „Warum machst du mir jeden Abend das Leben so schwer?“

Nach der Annahme der GfK ist es der Wolf (mehr zum Wolf findest du im Artikel “Giraffensprache“) , der hier spricht. Wir heißen ihn willkommen! Je lauter er brüllt, desto unbefriedigter ist ein Bedürfnis bei dir.

Du bist okay und auch der Wolf in dir ist okay. Lade ihn ein und höre auf ihn! Um dein unerfülltes Bedürfnis herauszufinden helfen dir deine Gefühle. Du bist vielleicht wütend, überfordert, besorgt, frustriert. Diese Gefühle werden durch das Verhalten deines Kindes in dir ausgelöst und helfen dir zu deinem Bedürfnis zu kommen.

Schritt 3
Im dritten Schritt nutzen wir das Gebrüll des Wolfs nämlich als Übersetzungsgrundlage, um herauszufinden, was dir wichtig ist. Der Gegenpol zur Aussage des Wolfs ist dein unerfülltes Bedürfnis. Also wäre beispielsweise der Gegenpol zum Gedanken „Dir werden mal noch alle Zähne raus faulen“ das konkrete Bedürfnis, wäre hier GESUNDHEIT.

Wie übersetzen wir das Wolfsgebrüll „Kannst du nicht EINMAL einfach deine Zähne putzen“?
Hier geht es dir vermutlich um LEICHTIGKEIT oder KOOPERATION.

Und hinter „Kannst du nicht EINMAL einfach deine Zähne putzen?“ steckt vielleicht KLARHEIT oder VERSTÄNDNIS.

Jetzt hast du wahrscheinlich ein Gefühl dafür bekommen, wie das mit der Selbstempathie läuft. Schau genau bei dir selbst hin, was bei dir Sache ist und welches unerfüllte Bedürfnis sich hinter dem Wolfsgebrüll verbirgt.

Wichtig:

Das Zähneputzen wird umgesetzt. Wir sind für die Gesundheit unserer Kinder verantwortlich. WAS wir machen, entscheiden wir als Eltern. WIE wir es machen – das kann das Kind mitgestalten.

Deine Haltung ist hier ganz entscheidend, denn deine Haltung spürt dein Kind.

Zähneputzen ist kein Muss, sondern es steckt ein Bedürfnis dahinter. Zähneputzen ist auch eine Information: etwas, das Mama und/oder Papa als Eltern entscheiden, da sie die Verantwortung haben und wissen, was gut für das Kind ist. Kinder lechzen nach solchen Informationen und Haltungen, weil es ihr Bedürfnis nach Führung erfüllt.

Wie ihr das umsetzt? Natürlich ohne Gewalt. Was ihr dafür braucht? Die Bedürfnisse des Kindes!

Wie setze ich die Giraffensprache beim Zähneputzen konkret ein?

So, wie du dich bei den drei Schritten des Selbstempathie-Prozesses in dich selbst eingefühlt hast, schaust du dir jetzt an, was bei deinem Kind eigentlich genau los ist. Hier einige Vorschläge und Ideen dazu:

All das und noch vieles mehr kann sein, und es ist alles okay. Frage dich ehrlich, warum sich dein Kind gerade so verhält – verurteile weder dein Kind noch dich selbst dafür. Denn wir wollen ja weg vom Machtkampf und weg vom Funktionieren und wünschen uns, dass die Kinder freiwillig kooperieren. Das können sie nur, wenn sie sich gesehen fühlen mit all ihren Gefühlen und Bedürfnissen.

Ich fasse also nochmals mögliche Bedürfnisse anhand der Beispiele zusammen – mache du das bitte für deine ganz persönlichen Bedürfnisse.

Für dein Kind gibt es auch entsprechende Bedürfnisse, in unseren Beispielen waren das Ruhe, Ausprobieren wollen, Sicherheit, Autonomie und Bewegung. Auf dieser Grundlage kannst du jetzt ganz gezielt nach Strategien suchen, mit denen das Bedürfnis deines Kindes erfüllt wird – immer abhängig vom Bedürfnis und natürlich auch vom Alter deines Kindes.

Wenn dein Kind unter vier Jahre alt ist, reagierst du direkt in der Situation darauf. Ab einem Alter von frühestens vier Jahren kannst du mit deinem Kind auch außerhalb der Situation darüber reden, zum Beispiel auf dem Sofa oder beim Eisessen den Dialog suchen – jedenfalls in einem Moment der Ruhe und der Zweisamkeit. Je weniger Worte du verwendest, desto besser. Du kannst vielleicht so anfangen:

„Weißt du noch, gestern Abend beim Zähneputzen … Da hast du den Mund zugehalten. Und ich glaub, du warst richtig sauer, oder?“

Schau, wie dein Kind reagiert: ob es gerade dazu bereit ist, über die Situation zu sprechen.

Falls keine Reaktion erfolgt, könnt ihr euch für einen späteren Zeitpunkt verabreden. Wenn dein Kind empfänglich ist, kannst du weiterreden:

„Du möchtest also selber entscheiden, wann du dir die Zähne putzt? Okay … Weißt du, wenn du den Mund so zupresst, das nervt mich, weil ich eigentlich gerne friedlich und entspannt fertig werden möchte. Dafür brauche ich deine Hilfe! Was meinst du könnte dir helfen, damit das heute Abend besser klappt? Damit du den Mund aufmachst?“

Und dann tauscht ihr Ideen aus. Gib deinem Kind ruhig Zeit, darüber nachzudenken, und animiere es dazu, selber Ideen zu entwickeln. Schließlich wollen wir, dass unsere Kinder lernen, wie sie Strategien finden, sich ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Wenn dein Kind keine Idee hat, kannst du fragen, ob du einen Vorschlag machen kannst.

Und dann könntet ihr z.B: ein Spiel draus machen, ein Lied singen, später Zähne putzen etc.

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Achtung:

Nimm den Druck raus – wenn einmal keine Zähne geputzt werden, wird es keine langfristigen Folgen haben. Finde heraus, was deinem Kind hilft bereit zu sein die Zähne zu putzen – ohne Druck und gleichzeitige mit Bestimmung – werdet ihr einen Weg finden.

Fazit

Es ist so wichtig, dass du die Bedürfnisse deines Kindes annimmst. Und dass du es als deine Aufgabe siehst, ihm zu helfen, diese Bedürfnisse zu erfüllen. Ihr werdet Wege dafür finden, und die Wege werden sich auch immer mal wieder ändern. Wenn ein Problem noch einmal auftaucht, braucht es erneut Einfühlung und Bedürfnisforschung.

Ich schlage vor, dass du dich erst einmal in aller Ruhe in dich und dein Kind einfühlst und dir für das nächste Zähneputzen ganz viel Zeit nimmst. Zeitdruck ist wirklich ein schlechter Begleiter.

Du schenkst deinem Kind so lange Empathie, bis es bereit ist: die sogenannte Empathieschleife. Empathie ist keine einmalige Sache. Empathie braucht manchmal sehr viel Zeit. Doch das ist es mir wert: Ich möchte mein Kind respektieren, es wahrnehmen, es lieben – so, wie es ist.

Viel Freude bei der Umsetzung.

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Kathy Weber mit vor Grafitti-Wand
Herzlich Willkommen auf meinem Blog!

Ich bin Kathy Weber, 2-fache Mama und ausgebildete Trainerin der Gewaltfreien Kommunikation nach M. Rosenberg.
Ich helfe dir zu verstehen, was dein Kind dir mit seinem Verhalten wirklich sagen möchte und wie ihr Konflikte im Alltag in Verbindung lösen könnt.