Kita und Schule ohne Gewaltfreie Kommunikation: So fängst du dein Kind zu Hause auf

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Worte formen das, was wir denken. Und Worte helfen uns, entweder zu einem starken Selbst zu finden oder zu einem schwachen Selbst.

Ich nehme an, das weißt du, und deshalb verzichtest du bestmöglich zu Hause darauf, dein Kind zu bewerten, zu belohnen oder zu bestrafen. Du möchtest dein Kind darin bestärken, dass es gut ist – so wie es ist. Ich hoffe zumindest, dass du genau deswegen hier bist.

Doch in Kita, Kindergarten und Schule läuft es oft anders. Die wenigsten Einrichtungen und Pädagog:innen orientieren sich an der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) und der Haltung von Marshall Rosenberg. Deshalb fragst du dich vielleicht:

    • Wie kannst du dein Kind unterstützen, wenn es im Kindergarten oder in der Schule ganz anders läuft als daheim?
    • Wie kannst du dein Kind begleiten, wenn es dir von Strafen in der Schule erzählt?
    • Und wie kannst du reagieren, wenn du von Dingen aus Kindergarten oder Schule erfährst, die bei dir eine Grenze überschreiten?

Das gucken wir uns in diesem Artikel an.

Die drei wichtigsten Infos zusammengefasst:

Schule und Kita folgen eigenen Strukturen – und du darfst deinem Kind zu Hause einen sicheren Hafen schenken: frei von Bewertung, Belohnung und Bestrafung.

Durch deine empathische Begleitung wird dein Kind stark und lernt nach und nach, sich auch in herausfordernden Situationen um sich selbst zu kümmern.

Kümmere auch du dich um dich: Komm in die Annahme der Situation, gib in deinem Tanzbereich das dir Bestmögliche und geh in die Nachbeelterung deines Inneren Kindes, wenn dich die Situation in Schule oder Kita triggert.

Zulässige vs. unzulässige Bestrafungen: Was darf die Schule?

Körperliche Gewalt ist in der Schule verboten. Doch für mich fängt Gewalt keineswegs bei Ohrfeigen oder Schlägen mit dem Stock an, wie unsere Großeltern und teilweise unsere Eltern es noch erlebt haben. Emotionale Gewalt ist viel schwerer zu fassen. Einiges von dem, was an Schulen und in Kitas stattfindet und vom Recht her erlaubt ist, entspricht für mich bereits emotionaler Gewalt.

Ich verzichte bei meinen Kindern komplett sowohl auf Bestrafungen und auch auf Belohnungen. Doch in der Schule und in der Kita gibt es zum Beispiel den Ausschluss aus der Gruppe als Strafe – also „Auszeiträume“ und so was. Oder Strafarbeiten. Oder Nachsitzen. Das ist alles erlaubt.

Was außer körperlicher Gewalt noch verboten ist, sind übrigens Kollektivstrafen. Die gehören für mich zur übelsten Sorte von Strafen. Meine Tochter Waltraud hat mir kürzlich beim Frühstück von solch einer Kollektivstrafe an ihrer Schule erzählt. Diese Geschichte und wie ich damit umgegangen bin, möchte ich mit dir teilen.

Und zwar war es wohl so, dass die beim Mittagessen zuständige Person zu den Kindern sagte (so erzählte es mir Waltraud): „Wenn ihr jetzt nicht leise seid, kriegt ihr nichts mehr zu essen.“

Als Waltraud mir das erzählt hat, blieb mir fast das Frühstück im Halse stecken. Am liebsten wäre ich als Löwenmutter mal kurz ausgeflippt.

Doch ich habe mich entschieden zu atmen. Ich habe Waltraud Empathie geschenkt: dass sie ja bestimmt sauer war, weil sie selbst entscheiden möchte, ob sie isst – und so weiter.

Ich habe Waltraud außerdem ganz klar gesagt, dass für mich da eine Grenze überschritten ist und dass das in meiner Wahrnehmung eine Kollektivstrafe ist. Und die ist nun mal ganz klar unzulässig. Ich habe ihr erklärt, was eine Kollektivstrafe ist: dass jemanden etwas stört, was ein Mensch macht, und alle anderen ebenfalls die Strafe abbekommen, obwohl sie möglicherweise keinen Anteil an der Entstehung der Situation hatten.

Ich habe ihr auch nochmals gesagt, dass ich grundsätzlich gar nichts von Strafen halte – doch das weiß sie bereits. Wir haben bei der Gelegenheit besprochen, wie sie mit Strafen umgehen kann: dass sie für sich entscheidet, ob sie das als Strafe empfindet, und dass dahintersteckt, dass ein Mensch gerade überfordert ist und versucht, eine Lösung zu finden.

Gleichzeitig kann sie für sich einstehen und sagen: „Stopp, ich kann essen, wann ich möchte.“ Dafür braucht sie natürlich unglaublich viel Mut.

Ich habe ihr vorgeschlagen, dass wir das üben. Ich möchte, dass sie weiß, dass sie jederzeit aufstehen und zu Hause anrufen kann. Auch das haben wir schon öfter geübt: dieses Aufstehen und dass sie sagt: „Ich rufe jetzt zu Hause an.“

Mir ist wichtig, dass ich mein Kind stärke, mit solchen Situationen umzugehen und für sich einzustehen. Denn wenn jemand eine Strafe verteilt, hat mein Kind diese keinesfalls anzunehmen. Sondern mein Kind kann gucken, wie es sich in diesem Moment um sich selbst kümmern kann.

Solche Situationen übe ich mit Waltraud seit Jahren – auch schon im Kindergarten. Und jetzt eben in der Schule: wie sie aufstehen kann, um ins Sekretariat zu gehen und zu Hause anzurufen, wenn sie etwas braucht.

Und sie weiß, dass sie mir das zu Hause erzählen kann, dass sie in Sicherheit ist und ich keinesfalls direkt in die Schule gehe und dort ein riesengroßes “Drama” mache. (Denn da hätte sie großen Respekt davor.)

Gleichzeitig lasse ich sie keinesfalls damit allein. Ich helfe ihr, damit umzugehen, und gestalte den Kontakt zur Schule so, dass kein Kampf entsteht. Wie ich das konkret mache, teile ich mit dir – bleib dran.

 

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Drei Tipps, wie du zu Hause am besten reagierst und dein Kind auffängst

Tipp 1: Nimm die Situation an, wie sie ist

Hand aufs Herz: Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass du und ich das Schulsystem ändern. Und wir können auch kaum beeinflussen, mit welchen Methoden und welcher Haltung in Kitas gearbeitet wird. Deshalb mein Tipp: Nimm die Situation so an, wie sie ist. Dass bedeutet keineswegs, dass du angesichts der Situation aufgibst oder resignierst oder dich in Frustration vergräbst. Nur: Das Annehmen der aktuellen Situation ist der erste Schritt für dich, um in deine Handlungsfähigkeit zu kommen. Denn du hörst auf, innerlich gegen die Situation anzukämpfen. Und dieser innere Kampf kostet unfassbar viel Energie – Energie, die dir an der Stelle fehlt, an der du mit deinem Handeln wirklich einen Unterschied machen kannst.

Also: Schau dir an, wo dein Tanzbereich aufhört. Dein Einflussbereich endet beim System Schule. Doch die Beziehung zu deinem Kind – die liegt ja mal ganz klar in deinem Tanzbereich. Und genau dort kannst du wirksam sein.

Klar, eine gewisse Wahlmöglichkeit hast du. Wenn du die Zustände an der Schule oder in der Kita deines Kindes für völlig untragbar hältst und als dauerhaft grenzüberschreitend erlebst, suchst du natürlich Wege, deine Elterliche Verantwortung wahrzunehmen und die Einrichtung zu wechseln.

Nur, um ehrlich zu sein: Mit Bestrafung und Belohnung wird dein Kind früher oder später und mehr oder weniger in Berührung kommen. Wenn du die Situation annimmst, kannst du dein Kind darin stärken, innerlich stark zu sein und sich um sich zu kümmern – statt es vor allem beschützen zu wollen.

Tipp 2: Geh in die Selbsteinfühlung

Wenn dein Kind dir von Strafen, Ungerechtigkeit oder Machtmissbrauch erzählt, löst das wahrscheinlich auch etwas in dir aus. Vielleicht eigene Erfahrungen aus deiner Schulzeit … das Erleben von Ohnmacht, Hilflosigkeit oder Ungerechtigkeit. Wenn das so ist, dann guck da hin und kümmere dich um dein Inneres Kind. Diese ausgelösten Gefühle sind eine unfassbar wertvolle Einladung an dich, dein Inneres Kind nachzubeeltern. Schenke ihm heute, was ihm damals gefehlt hat. Geh in die Selbstfürsorge.

Denn erst wenn du in deiner eigenen Mitte bist, kannst du deinem Kind den Raum geben, den es braucht, und ihm empathisch begegnen, wenn es von seinen Erlebnissen berichtet – statt deine eigenen Themen mit in das Gespräch zu bringen. Auch hier brauchst du keineswegs perfekt reguliert sein – es reicht, dass du diese Dinge wahrnimmst und ehrlich und selbstverantwortlich damit umgehst.

Tipp 3: Schenke deinem Kind einen sicheren Hafen

Kinder können so viel mehr, als allgemein angenommen wird. Dein Kind checkt, dass es zu Hause so läuft und in der Kita oder Schule anders. Wenn es bei Freunden zu Besuch ist, wird es auch dort beobachten, dass in anderen Familien manches anders läuft. Das findest du vielleicht suboptimal. Doch das Wichtigste ist, dass du für dein Kind zu Hause einen sicheren Hafen schaffst, in dem es seine Erlebnisse teilen kann – ohne Angst vor Bewertung, Belehrung oder vorschnellen Lösungen.

Sprich mit deinem Kind immer wieder 

Es geht weniger darum, dass du für jede Situation sofort eine Lösung parat hast. Sondern es geht darum, dass dein Kind checkt: „Ich werde gehört. Ich werde gesehen. Ich werde ernst genommen. Was ich fühle und was ich brauche, ist wichtig.“ So lernt dein Kind, seine Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und zu verstehen und Worte dafür zu finden. Und das ist die Grundlage für ein starkes Selbst, das deinem Kind ermöglicht, in einem System klarzukommen, das ganz anders tickt als der sichere Hafen zu Hause.

(Falls dein Kind nichts von der Kita erzählt: Dazu habe ich einen eigenen Artikel für dich – mit konkreten Formulierungsvorschlägen, wie ihr ins Gespräch kommen könnt.)

Kontaktaufnahme mit der Schule: darauf darfst du achten

So, und nun zurück zur Kollektivstrafe in Waltrauds Schule: Ich habe mit Waltraud vereinbart, dass ich mit der Schulleitung in Kontakt trete. Und ich lasse dich daran teilhaben, wie ich das gemacht habe – ohne jemanden für sein Verhalten zu verurteilen.

Also. Ich habe die Schulleitung erst mal gefragt, ob sie wissen möchten, was vorgefallen ist – ohne gleich in den Konflikt reinzugehen. Denn das Verhalten der Schule und der Person beim Mittagessen zu ändern liegt außerhalb meiner Möglichkeiten.

Die Schulleitung hat geantwortet, dass sie gerne wissen möchten, was vorgefallen ist. Also haben wir telefoniert. Es war mir ganz wichtig mitzuteilen, dass ich wiedergebe, was meine Tochter wahrgenommen hat und was ich über den Vorfall gehört habe. Denn das ist eine Wahrheit von vielen, die es gibt.

Ich habe gleichzeitig gesagt, dass das für uns eine grenzüberschreitende Kollektivstrafe ist und dass ich sie das wissen lassen möchte, damit sie überlegen können, wie sie innerhalb der Schule damit umgehen. Und dass wir für uns zu Hause Lösungen erarbeiten, wie meine Tochter damit umgehen kann. Ich habe außerdem meine Hilfe angeboten für die Lösung des Konflikts innerhalb der Schule.

Die Schulleitung hat sich für die Informationen sehr bedankt und gesagt, dass Kollektivstrafen keinesfalls im Sinne der Schule sind. Dann haben wir das Gespräch beendet.

Ich bekam später die Info, dass das Thema intern mit den Pädagog:innen besprochen wurde.

So werde ich auch beim nächsten Mal verfahren: ins Gespräch gehen und meine Unterstützung anbieten, ohne jemanden zu verurteilen oder anzugreifen.

Wie ich in die Schulmaterialien meiner Tochter eingegriffen habe

Ein anderes Mal habe ich meine Tochter dabei unterstützt, Formulierungen in einem Schulheft so zu übersetzen, dass sie dem entsprechen, wie wir zu Hause reden.

Denn in der Schule meiner Tochter gibt es ein Heft, in das die Kinder jeden Tag eintragen, was sie gemacht haben.

Am Ende der Woche nehmen sie es mit nach Hause und dann können die Eltern dort reingucken, gegebenenfalls mit ihren Kindern in den Austausch kommen.

Dieses Heft wurde seitens der Schule optimiert und es gibt jetzt einen Platz in dem Heft, wo ein Austausch zwischen Eltern und Lehrern stattfinden kann, was ich sehr begrüße, denn dann sparen wir uns die Zettelchen und ein paar E-Mails.

Und dann gibt es eine Rubrik „So war meine Woche“. Da gibt es vorgeschlagene Formulierungen und die Kinder können ankreuzen: ein Gesicht mit einem lachenden Mund, ein Gesicht mit einem geraden Mund oder ein Gesicht mit einem Mund nach unten.

Also das ist eine Einladung, die Woche zu reflektieren.

Im ersten Moment dachte ich: Okay, die Optimierung gefällt mir, weil sie mehr Leichtigkeit im Austausch schenkt und überhaupt einen Austausch zwischen Eltern und Pädagog:innen sicherstellt und die Kinder bestimmte Dinge in der Woche reflektieren können, statt einfach nur aufzuschreiben, was sie gemacht haben.

Doch dann las ich die Formulierungshilfen und dachte mir:

Das ist so nullkommanull, wie wir zu Hause miteinander reden. Und das ist so nullkommanull, wie ich möchte, dass meine Kinder zu reflektieren lernen.

Die erste Möglichkeit, die meine Tochter für die Rubrik „So war meine Woche“ ankreuzen kann, war:

„Ich war freundlich zu allen.“

Doch sie hat ja keineswegs freundlich zu allen zu sein.

Und ich möchte auch vermeiden, dass sie bewertet, wie sie sich verhalten hat, sondern dass sie viel mehr reflektiert, wie es ihr ergangen ist.

Also habe ich die Antwort umformuliert in:

„Ich hatte Freude mit der Klasse“

oder

„Ich hatte diese Woche Spaß.“

Denn Freude und Spaß sind Bedürfnisse.

Ich möchte also, dass Waltraud reflektiert:

„Wie ist es mir diese Woche in Bezug auf die Bedürfnisse nach Spaß und Freude ergangen?“

Das finde ich wesentlich wertvoller als zu sagen „Ich war freundlich zu allen.“ Sie kann unmöglich allen freundlich sein. Sie kann sich jedoch so verhalten, dass sie in den Spiegel guckt und sagt:

„Ich mag mich gerne.“

Das hätte ich auch hinschreiben können:

„Diese Woche mochte ich, wie ich mich verhalten habe.“

Der nächste Satz war:

„Ich beachte die Regeln im Kreis.“

Das habe ich auch umformuliert. Gegebenenfalls hast du bereits mitbekommen, dass ich kein Freund von Regeln bin – umso mehr von Absprachen. Denn Absprachen werden gemeinsam getroffen.

Bei Regeln dagegen ist es so, dass die jemand bestimmt, indem er sagt:

„So und so läuft das hier“, und alle anderen haben sich daran zu halten.

Wenn die Kinder sich weitestgehend an die Absprachen halten, dann geht es ja um Kooperation, also um Mitmachen.

Und wenn sich alle an die Absprachen halten, dann geht es im besten Fall allen ziemlich gut, weil die Bedürfnisse aller berücksichtigt werden. Und deswegen habe ich auch das umformuliert.

Aus „Ich beachte die Regeln im Kreis“ habe ich gemacht „Ich habe zum Wohle aller beigetragen.“

Das kann eine Sache sein, das können mehrere Sachen sein. Waltraud darf reflektieren:

„Habe ich diese Woche mit mindestens einer Sache zum Wohle der Gemeinschaft beigetragen?“

Das ist eine Haltung der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg:

Wenn die Menschen ihre Bedürfnisse weitestgehend erfüllt haben, dann sind sie immer mehr bereit, zum Wohle aller beizutragen. Und sie kann durchaus reflektieren, wie ihr Verhalten die Woche über war:

Ob sie der Meinung ist, dass sie zum Wohle aller beigetragen hat.

Ein drittes und letztes Beispiel gebe ich dir noch zu der Sache mit diesem Schulheft.

Es gab dort die Möglichkeit, den Satz anzukreuzen „Ich bin schnell ins Arbeiten gekommen.“

Da hab ich überlegt: Was ist schnell? Was ist langsam?

Ich finde, es ist viel wichtiger, dass Waltraud lernt zu reflektieren:

„Wie ist es mir mit dem, was ich gemacht habe, ergangen?“

Also habe ich auch diesen Satz umformuliert.

Ja und so gehen wir das ganze Heft durch, Woche für Woche. Meistens setze ich mich am Sonntag mit meiner Tochter hin und spreche mit ihr noch mal über die Woche und helfe ihr, sich auf die neue Woche vorzubereiten.

Das heißt:

Aktuell formuliere ich diese drei oder vier Sätze, die von der Schule vorgegeben sind, jeden Sonntag um. Ich verzichte darauf, die Sätze durchzustreichen, denn ich möchte keineswegs bewerten, ob der ursprüngliche Satz gut oder schlecht ist.

Nur: Ich möchte, dass meine Tochter lernt, anders zu reflektieren. Viel individueller, ohne Bewertung, ohne Vergleiche. Dass sie lernt, sich selber zu reflektieren, ohne zu fragen:

Sondern mehr im Sinne von:

Also wirklich zu reflektieren und sich selber zu hinterfragen.

Ich möchte auch dir Mut machen, mit deinem Kind und für dein Kind ähnliches zu tun, wenn bei dir zu Hause so etwas aus der Schule landet. Denn DU bist Elternteil deines Kindes und DU darfst entscheiden, was dein Kind liest und wie es lernt, Dinge zu übersetzen.

Ich für meinen Teil bin total bereit, das jeden Sonntag umzuschreiben. Das kostet wenig Zeit und ich komme darüber hinaus mit meiner Tochter ins Gespräch.

Und ich vermeide zu sagen:

„Die Formulierungen sind falsch.“

Ich sage nur:

„Okay, wie übersetzen wir die Formulierungen für uns?“

Denn nur weil das jemand da hingeschrieben hat, hat das ja keinesfalls für alle zu gelten und für alle richtig zu sein. Sondern ich darf entscheiden, wie ich reflektieren möchte und wie ich kommunizieren möchte.

Ich entscheide für mich und meine Tochter, das so zu machen, ohne dafür eine Erlaubnis von der Schule einzuholen.

Denn das ist etwas, was mein Kind benutzt, und das kann ich umschreiben. Ich mache es keineswegs gegen die Schule, sondern für uns – meine Tochter und mich. Bisher gab es dazu noch keine Rückmeldung von der Schule.

Und falls sie sich melden, fände ich einen Austausch großartig. Dann würde ich fragen, ob jemand hören möchte, warum ich das umformuliert habe und warum ich das auch weiter so machen werde.

Fazit

Kita und Schule zu ändern, liegt außerhalb deines Einflussbereichs – doch du kannst dafür sorgen, dass dein Zuhause ein sicherer Ort ist, an dem niemand bewertet oder beurteilt wird.

Dein Kind braucht keinen perfekten Schutz vor Bewertung. Doch es braucht wenigstens einen Ort, an dem es ohne Bedingungen so sein darf, wie es ist.

Und meine absoluten Herzensmomente sind in diesem Zusammenhang weniger, dass ich die Sachen in diesem Schulheft meiner Tochter umformuliert habe.

Sondern dass ich mit ihr darüber ins Gespräch gekommen bin. Sie sieht außerdem, dass ich mich um sie kümmere, dass wir für uns einstehen dürfen, dass wir Dinge so machen dürfen, wie wir sie machen wollen, ohne die anderen zu verurteilen.

Und am geilsten bei unseren Umformulierungen finde ich die Frage:

„Konnte ich mich diese Woche um mich kümmern?“

Denn das ist so essentiell: Erkenne ich meine Bedürfnisse und kann ich mich um meine Bedürfnisse kümmern? Und wenn ich das mache, dann bin ich automatisch immer mehr bereit, zum Wohle aller beizutragen.

Und dann kooperiere ich. Und das ist das, was sich viele Lehrkräfte, Pädagog:innen und Eltern ja so sehr wünschen und was sie brauchen: Kooperation.

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Und das heißt:

Es gibt hier eine sehr starke Veränderung, die den ganzen jungen Menschen betrifft: den Körper, den Geist und die Seele.

Ich habe mal einen Satz dazu gehört, den ich sehr passend finde. Er geht so: Bei Teenagern sind Teile des Gehirns wegen Renovierung vorübergehend geschlossen.

Mit diesem Satz, mit diesem Bild können viele Eltern was anfangen. Vielleicht kennst du das auch: Manchmal besprechen wir etwas mit unserem Teenager – und gefühlt eine Stunde später weiß unser Kind kaum mehr, worüber und dass wir überhaupt gesprochen haben. Krass. Was geht denn mit dem/der, denkst du vielleicht.

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Herzlich Willkommen auf meinem Blog!

Ich bin Kathy Weber, 2-fache Mama und ausgebildete Trainerin der Gewaltfreien Kommunikation nach M. Rosenberg.
Ich helfe dir zu verstehen, was dein Kind dir mit seinem Verhalten wirklich sagen möchte und wie ihr Konflikte im Alltag in Verbindung lösen könnt.

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