„Ich mag mein Kind nicht.“ – Warum du so fühlst und was wirklich dahintersteckt

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Puh. Solche Sätze zu lesen oder zu denken, fühlt sich wahrscheinlich ziemlich heftig an. Vielleicht schämst du dich dafür. Du hast Sorge, eine „schlechte Mutter“ oder ein „schlechter Vater“ zu sein. Oder du fragst dich, ob mit dir was „nicht stimmt“.

Ich bin mir sicher: Du liebst dein Kind sehr. Sonst würdest du kaum diesen Artikel lesen.

Was dich hierhergeführt hat, ist wahrscheinlich etwas anderes. Du bist erschöpft. Überfordert. Seit Wochen, Monaten, Jahren fühlst du dich gestresst und genervt davon, Mutter zu sein. Oder Vater. Und dann gibt es diese Momente, in denen dein Kind etwas macht … und plötzlich ist dieses riesige Gefühl da. So groß, dass du selbst Angst davor bekommst.

Diese starken Gefühle wollen dich auf etwas hinweisen. Etwas, das schon viel länger da ist als dein Kind. Und was das ist – da schauen wir jetzt gemeinsam hin.


Die wichtigsten Infos zusammengefasst:

Das Verhalten deines Kindes ist keineswegs der Grund, sondern nur der Auslöser für deine starken Gefühle.

Alle Gefühle dürfen sein. Entscheidend ist, inwieweit du Verantwortung für deine Gefühle übernimmst.

Mit einfachen Strategien kannst du dein Nervensystem beruhigen, bevor Wut oder Hass dein Verhalten bestimmen.

Hinter deinem Hass stecken unerfüllte Bedürfnisse.

Wenn du die unerfüllten Bedürfnisse und die Glaubenssätze deines Inneren Kindes erkennst und sie Schritt für Schritt veränderst, verändert sich auch die Beziehung zu deinem Kind.

Was dein Hass dir sagen will

Hass gehört zu unseren stärksten Gefühlen. Und bei diesen besonders starken Gefühlen ist für mich klar wie Kloßbrühe: Da geht es um dein Inneres Kind. Da geht es um Dinge, die du schon sehr lange mit dir rumschleppst. Um alte Verletzungen und negative innere Glaubenssätze, die dich im Hier und Jetzt im Weg stehen.

Das ist erst mal unangenehm. Das möchtest du anders fühlen. Die Gefühle, die du in dir hast, widersprechen deinem Bild von einer „guten Mutter“ oder einem „guten Vater“. Doch ich sage dir jetzt, und das wird dich vielleicht überraschen: Der Hass, den du fühlst – der ist eigentlich ein Geschenk. Denn dieses starke Gefühl lädt dich dazu ein, mal hinzuschauen, wo es denn herkommt.

Jetzt bist du vielleicht doppelt überrascht, denn gegebenenfalls hast du erwartet, dass du hier Tipps bekommst, wie du irgendwas an deinem Kind so verändern kannst, dass dein Hass weniger wird. Das möchte ich gleich mal zu Anfang klarstellen: Dein Kind beziehungsweise das Verhalten deines Kindes ist lediglich der Auslöser für deine starken Gefühle. Die Verantwortung für deine Gefühle (und deine dahintersteckenden Bedürfnisse, dazu kommen wir gleich) liegt ganz allein bei dir.

Es ist schon ein Unterschied, ob du sagst, „Mein Kind macht mich aggressiv“, oder ob du sagst: „Ich bin wütend.“ Denn bei der ersten Aussage schiebst du die Verantwortung zu deinem Kind hin. Bei der zweiten Aussage bleibst du bei dir.

So, und wenn bei dir ein so starkes Gefühl wie Hass ist, darfst du dich darum kümmern. Ab heute, ab sofort.

Darfst du dein Kind hassen?


Du darfst alles. Alle Gefühle dürfen sein. Die Frage ist nur: Wie gehst du damit um?

Ich nehme an, dass du es uncool findest, wenn du den Gedanken hast „Ich hasse mein Kind.“ Dass du diesen Artikel liest, weil du es anders haben möchtest.

Und dann kannst du eben hinschauen: Wo kommt das Gefühl her? Und da Gefühle ja Wegweiser zu unseren Bedürfnissen sind: Was sind die Bedürfnisse, die da bei dir erfüllt werden möchten? Und wie kannst du dir diese Bedürfnisse erfüllen?

Verbiete dir keinesfalls deinen Hass. Der darf da sein. Er erzählt dir was über dich. Und deswegen finde ich, dass unsere starken Gefühle – auch die unangenehmen – ein Geschenk sind. Denn sie zeigen dir, was du brauchst. Und du darfst auch den Hass in dir lieben lernen, denn er ist Teil von dir und du bist gut – genau so, wie du bist. Fang an, dich mit allem anzunehmen. Du darfst übrigens auch in der Gewaltfreien Kommunikation schreien und deiner Wut Raum geben, solange du bei dir bleibst und es vermeidest, anderen die Verantwortung für deine Gefühle zuzuschieben.

Vielleicht fragst du dich: „Ja okay, recht und schön … Bloß – was soll ich denn jetzt tun? Wie setze ich das um? Nur durch mein Verstehen und mein Annehmen dessen, was da ist, verändert sich ja meine Situation noch nicht!“ Und da wirst du erstens merken, dass sich durch deine veränderte Haltung und durch die Verantwortung, die du für dich übernimmst, sehr wohl schon viel verändern wird (auch in der Beziehung zu deinem Kind). Und zweitens werden wir im nächsten Kapitel noch ne ganze Schippe konkreter und ich werde dir konkreteImpulse für deine Umsetzung mitgeben.

Was tun, wenn ich mein Kind nicht mehr mag?

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Vier Strategien für den Umgang mit deinem Hassgefühl

Mach dir in herausfordernden Situationen klar: Du bist der/die Erwachsene!

Wenn dein Zeiger in den roten Bereich geht und dein ganzes Nervensystem Alarm schlägt, machst oder sagst du vielleicht Dinge, die du später bereust. Über die du denkst: „Das ist völlig anders, als ich meine Elternschaft leben möchte.“

In solchen Momenten ist es hilfreich, wenn du deine Exit-Strategien kennst: Was bringt dich wieder runter – oder immerhin dazu, dass du kurz auf eine innere Pause-Taste drücken kannst, wenn da mal wieder ein Wutausbruch bei deinem Kind ist? Vielleicht trinkst du ein Glas Wasser in kleinen Schlückchen, zählst innerlich von 100 in 6er Schritten rückwärts, atmest dreimal tief ein und aus – was auch immer dir hilft.

Denn wenn dein Nervensystem voll auf Alarm ist, bist du in der Situation mit deinem Kind außerstande, dich wie die erwachsene Mutter oder der erwachsene Vater zu verhalten. Sondern du bist dann in deinem Inneren selbst ein zwei-, vier-, sechsjährigen Kind, das total außer sich ist. Und dein Kind ist auch völlig außer sich, weil es checkt: „Mama/Papa ist gerade komplett überfordert.“ Deshalb möchte ich dich zurückhaben in der Erwachsenenrolle, denn sonst gibt es in der Situation niemanden, der das regeln kann.

Das heißt: Du entscheidest in diesem Moment: „Ich bleibe im Hier und Jetzt!“ Sag deinem Inneren Kind: „Ich habe dich gesehen. Ich habe dich gehört. Ich weiß Bescheid, wo die Wunden sind. Ich kümmere mich um dich, sobald ich hier fertig bin. Denn ich bleibe jetzt hier in meiner Rolle als Mutter, in meiner Rolle als Vater.“

Und wenn sich die akute Situation beruhigt hat, machst du das natürlich: dich um dein Inneres Kind kümmern. Dafür brauchst du Strategien, und einige meiner Lieblingsstrategien, die auch in meinen Beratungen anleite, stelle ich dir jetzt hier vor.

Werde dir der unerfüllten Bedürfnisse deines Inneren Kindes bewusst

Wenn du merkst, dass das Verhalten deines Kindes bei dir starke Gefühle wie Hass, Zorn, Verzweiflung oder Angst auslöst, darfst du dich fragen: Wo kommt das her?

Und ich bin mir ziemlich sicher, dass du da was in deiner eigenen Kindheit und/oder Jugend finden wirst. Denn wie ich bist wahrscheinlich auch du ohne bedingungslose Liebe aufgewachsen. Sondern du wurdest für erwünschtes Verhalten belohnt und für unerwünschtes Verhalten bestraft. Deine Bedürfnisse zählten dabei wenig. Du hast gelernt, dass du dich auf eine bestimmte Weise zu verhalten hast, damit du von deinen Eltern geliebt wirst. Denn ein Kind tut alles dafür, um Liebe und Zuwendung von seinen Eltern zu bekommen. Das ist evolutionär so in uns angelegt.

Du hast beispielsweise gelernt, dich dafür zu verurteilen, wenn du etwas „nicht richtig“ gemacht hast. Daraus hast du Glaubenssätze abgeleitet wie zum Beispiel „Ich bin nicht liebenswert“, „Ich bin nicht gut genug“, „Ich bin an allem schuld“ oder „War ja klar, dass ich das mal wieder nicht schaffe“. Diese negativen Glaubenssätze behindern dich noch heute – doch du darfst sie nach und nach auflösen. Ich stelle dir gleich eine Übung dazu vor.

Schau also im ersten Schritt mal hin: Wie haben deine Eltern mit dir gesprochen? Wie haben sie sich dir gegenüber verhalten? Mach da gerne eine Liste und schreibe alles auf, was dir einfällt. Und schau auch mal Mama und Papa gesondert an, denn oft gibt es da Unterschiede.

Und dann versetzt du dich im zweiten Schritt in dein Inneres Kind: Welche Gefühle waren in der und der Situation da? Rufe dir dazu die Situationen der Reihe nach vor dein inneres Auge.

Im dritten Schritt forschst du mal, was du daraus als Glaubenssätze für dein Erwachsenen-Ich mitgenommen hast. Diese Sätze haben dir als Kind geholfen, in deinem Umfeld zurechtzukommen. Doch nun behindern sie dich. Die gute Nachricht ist: Glaubenssätze sind keinesfalls in Stein gemeißelt. Du darfst sie hinterfragen, loslassen und durch neue Überzeugungen ersetzen. Wie das geht, zeige ich dir jetzt.

Löse mit einer Klopfsession deine negativen Glaubenssätze und verwandle sie in positive

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du bei deiner Beschäftigung mit deinem Inneren Kind schon auf den einen oder anderen negativen Glaubenssatz gestoßen bist. Oder wenigstens eine Ahnung hast, wo es hingehen könnte. Falls nein: Bleib dran. Du wirst ihn finden.

Und dann wandelst du den negativen Glaubenssatz in einen positiven um. So, dass es gut für dich passt.

Nimm dir Zeit für die Klopfsession, die ich dir jetzt als Übung für dich vorstelle. Setze, stelle oder lege dich hin – so, wie es für dich angenehm ist. Atme ein, atme aus. Und dann legst du deine Hand auf deine Thymusdrüse. Sie befindet sich unter deinem Brustbein. Und dann klopfst du deine Thymusdrüse ganz sanft und rhythmisch und sagst dir dazu immer wieder (innerlich oder laut, was besser zu dir passt) deinen positiven Glaubenssatz. Das beruhigt dein Nervensystem, deshalb kannst du diese Übung auch in herausfordernden Momenten als Exitstrategie einsetzen.

Baue diese Übung immer und immer wieder in deinen Alltag ein. Die Wiederholung ist hier unfassbar wichtig. Und irgendwann wird dein negativer Glaubenssatz ganz klein und seine Stelle wird von deinem neuen, positiven Glaubenssatz eingenommen.


Empathiereise mit dem Inneren Kind

Wenn du etwas mehr Zeit und Ruhe hast, darfst du in einer Empathiereise deinem Inneren Kind begegnen und ihm im Hier und Jetzt das schenken, was es damals so dringend gebraucht hätte.

Und so kannst du dein Inneres Kind immer wieder besuchen, wenn es dich braucht oder du es sehen möchtest. Ihr geht gemeinsam durch die Gefühlswelt und durch die Bedürfniswelt. Sie werden gesehen und sie werden gehört. Und so darf dein Inneres Kind Stück um Stück heilen.

Wenn du mehr über die Aussöhnung mit deinem Inneren Kind erfahren möchtest: Dazu habe ich in meinem Vlog eine Folge für dich.

Fazit: Ab heute kümmerst du dich um dich

Dein Hass macht dich keineswegs zu einer schlechten Mutter oder einem schlechten Vater. Er zeigt dir, dass etwas in dir gesehen werden möchte. Wenn du beginnst, dich um dein Inneres Kind, deine Bedürfnisse von damals und heute und um deine Glaubenssätze zu kümmern, veränderst du zum einen etwas in dir – und gleichzeitig auch etwas in der Beziehung zu deinem Kind.

Verabschiede dich für diesen Weg von Perfektion. Denn jeder kleine Schritt, bei dem du Verantwortung für deine Gefühle übernimmst, ist ein Geschenk an dich selbst – und an dein Kind.

Oft gestellte Fragen (FAQ)

Warum habe ich solche Gedanken, wenn mein Kind 2, 4 oder 8 Jahre alt ist? 

In seiner Entwicklung durchläuft jedes Kind drei Autonomiephasen, in denen jeweils andere Bedürfnisse im Vordergrund stehen. Die Autonomiephasen können bei deinem Kind mit starken Gefühlen einhergehen; und das Verhalten deines Kindes triggert bei dir bestimmte starke Gefühle, sodass dein Nervensystem komplett auf Alarm schaltet. Darum darfst du dich kümmern.

Was tun, wenn ich Angst habe, mein Kind nicht zu lieben? 

Wenn du Angst hast, dein Kind nicht zu lieben, ist dir eure Beziehung unglaublich wichtig. Das erzählt dir deine Angst. Kümmere dich um deine starken Gefühle wie Hass, Wut, Überforderung, Verzweiflung, Angst, Einsamkeit. Je mehr du für dich sorgst und dich um dein Inneres Kind kümmerst, desto leichter fällt es dir, in Verbindung mit deinem Kind zu kommen.

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Du möchtest deinem Kind ersparen, mit negativen Glaubenssätzen großzuwerden? Dann ist es ein wichtiger Schritt, in der Erziehung deines Kindes auf Belohnung und Bestrafung, auf Manipulation und Ablenkung zu verzichten. Warum das so ist und wie du das in deinem Familienalltag umsetzen kannst, erfährst du in meinem „Ohne-Wenn-Dann-Kompass“. Dieses E-Book kriegst du von mir für unfassbare 0 € in dein Postfach.

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Herzlich willkommen auf meinem Blog!

Ich bin Kathy Weber, zweifache Mama und ausgebildete Trainerin der Gewaltfreien Kommunikation nach M. Rosenberg.
Ich helfe dir zu verstehen, was dein Kind dir mit seinem Verhalten wirklich sagen möchte und wie ihr Konflikte im Alltag in Verbindung lösen könnt.

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