Das Thema „Glaubenssätze“ ist für mich unfassbar intim. Denn im gewohnten Kathy-Stil wirst du in diesem Artikel von mir ganz viel Persönliches zu meinen eigenen Prozessen mit negativen Glaubenssätzen aus der Kindheit erfahren. Ich erzähle dir, wie mir im Gespräch mit meiner Tochter plötzlich ein „Du musst“ rausrutschte – eine Formulierung, die ich längst hinter mir gelassen haben wollte. Doch dann kam’s eben anders.
Wenn du wissen willst, wie ich damit umgehe, wie ich selber immer weiter daran arbeite, alte Glaubenssätze aus der Kindheit zu überwinden, und welche Schritte auch dir dabei helfen können: Dann ist dieser Artikel genau das Richtige für dich.
Die drei wichtigsten Infos zusammengefasst:
Glaubenssätze entstehen aus unerfüllten Bedürfnissen.
Sie zeigen dir einen Weg, dich selbst zu verstehen, und sind eine Einladung, dich um dich zu kümmern.
Sich von negativen Glaubenssätzen zu lösen, ist ein Prozess, der ein Leben lang dauern kann.
Wie entstehen Glaubenssätze und was machen sie mit dir?
Ich nehme mal an, du bist (so wie ich) ohne die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) und ohne wertschätzende und bedürfnisorientierte Kommunikation allgemein aufgewachsen. Dementsprechend hast du (so wie ich) in deiner Kindheit viele wertende Aussagen über dich, über dein Verhalten, über dein Aussehen gehört. Etwa solche:
- „Andere schaffen das doch auch – kannst du dich nicht etwas mehr anstrengen?“
- „Das hab ich dir doch schon dreimal erklärt!“
- „Kannst du nicht mal besser aufpassen? Immer bist du so schusselig!“
- „Reiß dich mal zusammen.“
(Bei mir hörte ich oft, ich sei „zu laut“ und „zu viel“.)
Diese Aussagen können von den Eltern kommen, von Freund:innen, von anderen Kindern, in der Kita oder Schule oder von anderen Erwachsenen. Die Wertung ist dabei keineswegs immer sofort erkennbar – manchmal versteckt sie sich. Doch solche Sätze können von Kindern als absolute Wahrheit aufgefasst werden. Dadurch entstehen auf Dauer innere Überzeugungen, die das Verhalten und den Selbstwert bis ins Erwachsenenalter prägen können.
Als Glaubenssätze können daraus beispielsweise entstehen:
- „Ich bin nicht gut genug.“
- „Ich bin nur liebenswert, wenn ich …“
- „Meine Gefühle sind unwichtig.“
- „Ich darf keine Fehler machen.“
Das funktioniert übrigens in beide Richtungen – also es gibt positive Glaubenssätze, die unseren Selbstwert stark machen, und negative Glaubenssätze, die uns auf unserem Weg behindern.
Die Glaubenssätze, die wir in der Kindheit entwickeln, beeinflussen unser Leben und das, was wir uns zutrauen, oft tiefgreifend – und meist unbewusst. Glaubenssätze bestimmen, wie wir Situationen wahrnehmen und wie wir darauf reagieren. Das kannst du dir vorstellen wie so ein inneres Programm, das dich steuert, oder einen inneren Filter, durch den alles durchgeht.
Es ist eine wichtige Aufgabe deiner Elterlichen Verantwortung, dass du für dein Kind solche Sätze bestmöglich abfängst und ihm dabei hilfst, positive Glaubenssätze zu entwickeln.
Ja und dann geht es ja keineswegs nur um dein Kind … sondern auch um dich und deine eigenen Glaubenssätze – um dein Inneres Kind. Und da hab ich eine megageile Botschaft an dich: Du bist deinen negativen Glaubenssätzen keineswegs ohnmächtig ausgeliefert, sondern du kannst sie aktiv verändern und sie durch positive Glaubenssätze ersetzen. Ich erzähle dir gleich noch über meine eigenen Prozesse dazu.
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„Wenn du jetzt nicht mitmachst …“ – ja, das ist auch so ein Satz, aus dem ein negativer Glaubenssatz entstehen kann. Falls du bei deinem Kind auf solche Sätze künftig verzichten möchtest, leg ich dir meinen dreiteiligen „Ohne-wenn-dann-Kompass“ ans Herz. Damit wirst du auch klarer sehen, wo du vielleicht gerade noch in alten Mustern steckst, und du bekommst sofort Ideen, wie du es anders machen kannst. Und das Ganze kostet dich keinen Cent.
Drei Schritte, negative Glaubenssätze zu lösen und dein Inneres Kind zu heilen
Um negative Glaubenssätze loszuwerden, gibt es keinen Methodenkatalog, den du einmal ordentlich durcharbeitest – und das war’s dann. Sich von alten Glaubenssätzen zu lösen, ist definitiv ein Prozess – und ich erzähle dir gleich noch von meinen eigenen Herausforderungen damit und wie lang das bei mir selbst dauert. Doch jetzt erst mal zu meinen Vorschlägen für dich.
Schritt 1: Komm in die Annahme dessen, was ist
Okay, du hast einen (oder mehrere) Glaubenssatz aus deiner Kindheit identifiziert und möchtest dich gerne davon lösen, weil du den Eindruck hast, dass er dich behindert. Das ist natürlich völlig in Ordnung. Gleichzeitig möchte ich dich einladen, den Glaubenssatz keinesfalls zu verteufeln. Denn er ist bisher Teil von dir gewesen und er kann dir viel über dich erzählen – warum du dich so verhältst, wie du dich verhältst. Er hilft dir, dich selbst besser zu verstehen.
Und: Der Glaubenssatz ist auch eine Art Überlebensstrategie aus früheren Lebensphasen. Dein Inneres Kind hat ihn entwickelt, um mit Unsicherheit, fehlender Begleitung oder emotionaler Überforderung klarzukommen. Das heißt: Dein Glaubenssatz hat dir einmal geholfen. Heute darfst du ihm zuhören, statt ihn zu verurteilen.
Und gleichzeitig darfst du Wege suchen, dich von ihm zu verabschieden. Wie von einem alten Freund oder einer alten Freundin, mit dem/der dich nur noch wenig verbindet.
Schritt 2: Das Bedürfnis hinter dem Glaubenssatz erkennen
Dafür guckst du dir den Glaubenssatz mal genauer an. Er ist entstanden, weil mindestens ein Bedürfnis bei dir unerfüllt war. Welches ist es? Schutz, Orientierung, Führung, Geborgenheit, Gesehenwerden, Autonomie …?
Die Antwort findest du in dir selbst. Ich gebe dir hier ein paar Impulse, die dir vielleicht helfen, deinem unerfüllten Bedürfnis auf die Spur zu kommen:
| Glaubenssatz | Unerfülltes Bedürfnis (Beispiele) |
| „Ich bin nicht wichtig.“ | Verbundenheit, Achtung, Einbezogensein … |
| „Ich darf keine Fehler machen.“ | Sicherheit, Schutz … |
| „Ich muss stark sein.“ | Unterstützung, Sicherheit … |
| „Ich bin allein.“ | Vertrauen, Unterstützung, Kooperation, Liebe … |
| „Mit mir stimmt etwas nicht.“ | Zugehörigkeit, Integrität, Achtung … |
| „Ich muss mich anstrengen.“ | Sicherheit, Zugehörigkeit … |
| … | … |
Wenn du dein unerfülltes Bedürfnis gefunden hast, darfst du es jetzt, da du dich um dich kümmern kannst, nachbeeltern.
Schritt 3: Verantwortung für dich übernehmen
Du kannst bedauern, wie du als Kind behandelt wurdest. Mach das gern ausführlich und immer wieder. Trauer, Wut, Enttäuschung, Ohnmacht – all das darf sein und bekommt seinen Platz.
Doch heute bist du erwachsen. Du bist in keiner Weise anderen ausgeliefert. Du lebst dein eigenes Leben. Du übernimmst Verantwortung für dich und kümmerst dich um dich. Weniger im Sinne von „Ich muss das jetzt doch endlich mal hinbekommen mit dem alten Mist“ – sondern stattdessen im Sinne von „Ich bin ich. Ich bin da. Und ich kümmere mich.“
Du übernimmst die Führung und die Verantwortung für dein Inneres Kind. Du siehst seine Gefühle und verstehst seine Bedürfnisse. Und du bist da für dein Inneres Kind und hilfst ihm, nach und nach zu heilen. Dein Inneres Kind braucht keine perfekte Lösung und keine, die sofort funktioniert. Es braucht die Erfahrung, dass jemand Verantwortung übernimmt – und dieser Jemand bist heute du.
So gehe ich mit Rückfällen in alte Glaubenssätze um
Und wie ich schon sagte: Das alles braucht Zeit. Es ist ein Prozess. Und es kann ein sehr langer Weg werden. Ich erzähle dir jetzt, wie mir kürzlich im Austausch mit meiner Tochter ein „Du musst“ rausrutschte. Wenn ich ganz ehrlich bin, waren es sogar mehr als ein „Du musst“.
(Vielleicht weißt du, dass ich total gerne auf das Wort „müssen“ verzichte. Denn wir müssen einen Scheiß. Das ist mein Credo.)
Es war bei einem der letzten Reitturniere meiner Tochter Waltraud (9). Ich begleite sie bei ihren Reitturnieren. Ich bin selber Reiterin und unterstütze sie mit ihrem Pony.
Folgende Situation:
Wir sind kurz vor der Prüfung beim Abreiteplatz. Ich bin sehr angespannt. Denn ich wünsche mir so sehr für Waltraud und das Pony, dass sie eine grenzgeniale Prüfung haben, dass sie glücklich und zufrieden sind mit dem, was sie dort dann performen (unabhängig von der Bewertung, die sie bekommen), und dass alles so klappt, wie sie es sich vorgestellt haben.
Und ich bin sehr aufgeregt, denn es kann alles Mögliche passieren. Gleichzeitig wäre es auch in Ordnung, wenn etwas schiefgeht. Denn ich bin ja da und ich kann ihr helfen, mit der Frustration umzugehen. Und das sind auch Dinge, die wir lernen dürfen und wodurch wir wachsen.
Nun, es bleibt dabei: Ich bin sehr angespannt und aufgeregt.
Ich bin früher selbst Turniere geritten und beim Reiten mit der alten Schule aufgewachsen: „Nur die Harten kommen in den Garten“ und so was. Das heißt: Ich hatte zu funktionieren.
Dann höre ich mich reden. Denn Waltraud und ich sind mit Kopfhörern verbunden, damit ich ihr die ein oder andere Hilfe geben kann.
Und mir rutschen da so Dinge raus wie:
- „Waltraud, du musst jetzt auch echt mal reiten.“
- „Waltraud, du musst da wirklich aufpassen! Du erkennst doch vorher, wenn er gleich guckt.“
- „Waltraud! Du musst …“
Du musst.
Du musst.
Du musst.
Du musst.
Du musst jetzt auch mal …, Waltraud.
Heidewitzka, denk ich da bei mir, und sag innerlich zu mir selber: „Sag mal, geht’s eigentlich noch? Was ist denn bei dir nicht richtig?“ Vor allem der Satz „Du musst jetzt auch echt mal reiten“ … Als ob sie gerade irgendwas anderes tun würde als genau das!
Ich spüre meine Anspannung und dass es mir sehr missfällt, wie ich mich verhalte. Während ich in dieser „Du musst“-Spirale stecke, verurteile ich mich gleichzeitig dafür. Ich bin unglaublich unzufrieden.
„Scheiße noch mal“, denke ich, „so will ich mit meiner Tochter auf gar keinen Fall sprechen. Das ist ja wie früher bei mir selber.“ Denn ich „musste“ auch immer alles Mögliche.
In dieser Situation war mir schnell klar, dass dieses „du musst“ aus meiner eigenen Kindheit kam. Es war mir bei den vorherigen Turnieren auch schon aufgefallen. Doch ich hatte es bis dahin eher so am Rand wahrgenommen. Als Waltraud an diesem einen bestimmten Tag ihre Prüfung ritt, dachte ich mir: Jetzt gucke ich da hin. Ich ging in die Reflexion: vor Waltrauds Prüfung, während ihrer Prüfung, nach ihrer Prüfung.
Später irgendwann saßen wir im Auto und fuhren nach Hause. Ich atmete tief ein und wieder aus und sagte: „So, Waltraud, ich möchte mal mit dir sprechen. Ich würde dir gerne was über mich erzählen.“
Waltraud: „Aha. Was?“
Ich: „Heute und auch wahrscheinlich die letzten Male, als du auf einem Turnier geritten bist … Ich habe den Eindruck, dass ich wirklich richtig oft ‚du musst‘ gesagt habe.“
Waltraud: „Ja, das stimmt.“
Ich: „Ja. Ich sagte, du musst dies, du musst das. Du musst auch mal reiten.“
Waltraud hat noch ein paar weitere Beispiele zu meinen „Du musst“-Sätzen gemacht.
Und dann habe ich ihr gesagt: „Das gefällt mir überhaupt nicht. Wie fühlt sich das denn für dich an?“
Waltraud: „Na ja, das macht dann viel weniger Spaß und dann fühle ich mich auch unwohl.“
Ich: „Oh, das bedaure ich so sehr, denn du hast so einen Spaß beim Reiten, und ich möchte, dass du dich wohl fühlst. Und, weißt du, ich fühle mich auch ganz unwohl damit. Ich möchte anders mit dir sprechen. Ich möchte in Verbindung sein. Ich möchte dich so unterstützen, dass du Freude dabei hast. Und wir wissen doch beide: Wir müssen einen Scheiß.“
Dann haben wir zusammen gesagt: „Wir müssen einen Scheiß. Wir müssen einen Scheiß.“
Und ich erklärte Waltraud: „Ich habe mir überlegt, was da auf einmal mit mir los war. Was da passiert ist. Und zwar, weißt du, in meiner Kindheit, als ich geritten bin, da musste ich. Ich musste alles richtig machen. Ich musste funktionieren. Ich musste. Ich musste reiten. Ich musste. Meine Gefühle und was ich brauchte – das hat keine Rolle gespielt. Ich musste es richtig machen. Und wenn mir das misslungen ist, dann waren Menschen enttäuscht. Dann wurde mir eine Bestrafung angedroht oder eine Belohnung entzogen. Der Trainer war unzufrieden mit mir und mein Vater auch. Und die Blicke, mit denen sie mich angeschaut haben! Das heißt: Ich musste funktionieren, denn sonst war die Gefahr groß, dass andere Menschen unzufrieden mit mir sind und dass ich weniger geliebt werde.“
Das alles erzählte ich Waltraud und sie hörte mir aufmerksam zu.
Dann sagte ich: „Und weißt du, was passiert, wenn ich dann so angespannt bin? Denn ich bin ja so aufgeregt, weil ich möchte, dass es für dich gut läuft! Dann rutsche ich in diese alten Muster und rede mit dir, so wie mit mir früher gesprochen wurde. Obwohl ich völlig uncool fand, wie mit mir gesprochen wurde! Doch ich möchte das jetzt ändern. Ich möchte kein ‚du musst‘ mehr beim Reiten. Ich möchte Leichtigkeit, ich möchte Spiel und Spaß und ich möchte dich voller Freude unterstützen. Wie findest du das?“
Waltraud erwiderte: „Ja. Ja, das wäre schön, Mami.“
Ich habe ihr gesagt, dass ich mich jetzt um mich kümmern werde. Ich habe rausgefunden, was mir missfällt, warum es mir missfällt, wo es herkommt und auch, was ich möchte. Und da darf ich mich jetzt drum kümmern.
Und dann haben wir über andere Sachen gesprochen. Ich habe mich für das Gespräch bedankt und sie gefragt, was sie gehört hat.
Das frage ich ganz gerne, denn so kann ich abchecken, was denn überhaupt bei ihr angekommen ist. Und da kam dann so was wie: „Du möchtest kein ‚Du musst‘ zu mir sagen, weil dir das nicht gefällt. Und du möchtest Spaß haben.“
Das war Waltrauds Übersetzung. Und ich sagte: „Genau, und darum kümmere ich mich jetzt.“
Also habe ich angefangen zu überlegen, was ich machen kann. Und da ist es ja so, dass bei mir das Reiten mit Kindheitserfahrungen verknüpft ist. Offensichtlich rutsche ich da relativ schnell in alte Muster, die ich dachte, längst abgelegt zu haben. Doch es kommen immer neue Dinge auf. Und das ist großartig, denn daran darf ich wachsen, und ich möchte wachsen. Wachstum ist mir enorm wichtig.
Also ich erkenne das erst mal und statt mich zu verurteilen, feiere ich mich dafür, dass ich da hingucke. Und auch ganz ehrlich, dass ich den Arsch in der Hose habe, das hier mit dir zu teilen. Damit du weißt: Auch ich habe Prozesse und auch ich mache keineswegs immer alles so, wie ich möchte. Doch ich habe die Wahl: Mache ich etwas, was mir missfällt, ohne es zu reflektieren, und mache immer weiter damit? Oder habe ich den Arsch in der Hose und sage: Ich mache etwas, das mir missfällt, und ich gucke jetzt hin und kümmere mich darum, dass ich es ändern kann! Das feiere ich schon mal hart ab.
Also ich bin mega stolz auf mich, wie ich reflektiere und wie ich Verantwortung übernehme. Und jetzt darf ich gucken. Das heißt, ich würde gerne, bevor ich meiner Tochter Unterricht gebe, erst mal tief ein- und ausatmen und mir sagen, dass ich in Sicherheit bin und vor allen Dingen, dass ich geliebt werde, dass ich liebenswert bin. Das kann ich sogar in die Thymusdrüse klopfen. Die ist auf meinem Herzraum, da kann ich reinklopfen: „Ich bin liebenswert, ich bin in Sicherheit. Ich bin liebenswert, ich bin in Sicherheit.“ Da fährt sich das Nervensystem schon mal runter. Dann möchte ich bewusst im Hier und Jetzt bleiben. Ich gebe jetzt meiner Tochter Unterricht. Und es ist keineswegs wie früher, als ich auf dem Pferd saß. Ich darf Spiel und Spaß haben. Auch das darf ich mir sagen.
Und ich habe Waltraud gefragt, ob sie mich unterstützen möchte. „Ja“, sagte Waltraud, sie möchte mich unterstützen. Das heißt: Jedes Mal, wenn sie sich unwohl fühlt und den Eindruck hat, dass sie muss (auch ohne, dass ich es sage), also dass Druck entsteht, dann benutzt sie ein Codewort.
Unser Codewort ist LilaLiebe®. (LilaLiebe® ist das von mir entwickelte, zertifizierte Erziehungs- und Beratungskonzept.)
Wenn also Waltraud sagt: „Mami, LilaLiebe®!“, dann ist das ist für mich die Einladung, tief einzuatmen, wieder auszuatmen und mir zu sagen: „Ich bin in Sicherheit, ich bin liebenswert und ich darf Spiel und Spaß haben. Und ich bin im Hier und Jetzt. Ich bin die Mama von Waltraud und ich kümmere mich abseits von dieser Situation um die kleine Kathy mit zwölf Jahren.“
Das ist ein Prozess und das probieren wir jetzt. Und es ist bereits zwei-, dreimal das Wörtchen LilaLiebe® beim Reiten gefallen. Ich habe es dankbar angenommen und tief eingeatmet und genau das gemacht, was ich dir eben beschrieben habe und mich immer wieder dazu eingeladen. Und ich weiß und sage es auch dir:
Wir müssen nichts leisten, um geliebt zu werden.
Wir dürfen sein, wer wir sind.
Genau das ist für mich gelebte LilaLiebe®: dass ich Verantwortung übernehme, dass ich für mich selber in die Führung gehe, dass ich mir selber bedingungslose Liebe schenke und dass ich mich auch achte für den Menschen, der ich bin, und rauskomme aus alten Mustern. Immer und immer wieder.
Das ist ein lebenslanger Prozess. Mein Gott, so wie wir aufgewachsen sind … Wir haben so viel mitgenommen an emotionaler, gegebenenfalls auch körperlicher Gewalt. Das darf dauern, das darf heilen. Und heilen heißt keineswegs, dass ich es von der Festplatte lösche, sondern dass ich lerne, damit umzugehen und dass ich es in etwas Positives umwandle.
Fazit: Deine Einladung, dich um dich zu kümmern
Alte Glaubenssätze verschwinden selten sofort, nur weil wir sie erkannt haben. Sie melden sich immer und immer wieder: mal leise, mal laut, mal selten, mal oft. Und immer, wenn sie sich melden, ist das eine Einladung an dich, dass du dich um dich kümmerst.
Statt dich dafür zu verurteilen, dass dein Verhalten manchmal von dem abweicht, wie du es machen möchtest, darfst du dich dafür feiern, dass du bereit bist, hinzugucken. Du siehst dein Inneres Kind mit seinen Bedürfnissen und darfst ihm heute das geben, was es damals gebraucht hätte. Und so darfst du Stück für Stück heilen.
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