„Mein Teenager trödelt ständig!“ – Wie ihr ohne täglichen Kampf zu mehr Pünktlichkeit und Struktur findet

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Ihr seid verabredet und wollt losgehen. Und mal wieder wartet die ganze Familie. Und wer fehlt? Dein Teenagerkind.

Oder dein Teenagerkind kommt regelmäßig morgens kaum aus dem Bett und hat Schwierigkeiten, pünktlich zur Schule loszukommen.

Du bist wahrscheinlich mega genervt und fragst dich: „Warum dauert das alles immer so lange?“ oder bist wütend und denkst: „Das kann doch nicht so schwer sein, sich an die Absprachen zu halten!“ Deine Leichtigkeit ist unerfüllt.

Wie kannst du dein Teenagerkind dabei unterstützen, pünktlicher und strukturierter durch den Alltag zu kommen? In diesem Artikel erfährst du, wie du mit deiner liebevollen Elterlichen Führung für mehr Struktur und Zuverlässigkeit sorgen kannst – ganz ohne tägliche Ermahnungen und Machtkämpfe.

Die wichtigsten Infos zusammengefasst:

Versuche das Verhalten deines Teenagers zu verstehen – es können unterschiedliche Bedürfnisse dahinterstecken.

Schau bei dir selber hin: Wenn dich das Verhalten deines Teenagers auf die Palme bringt, lohnt sich ein Blick auf deine eigenen Gefühle und Bedürfnisse.

Dein Teenager braucht deine liebevolle Elterliche Führung, um sich zu strukturieren, Absprachen einzuhalten und rechtzeitig loszukommen.

Findet gemeinsame Lösungen – Regeln sind etwas anderes als Absprachen.

Bleibt dran: Absprachen dürfen immer wieder angepasst werden. Entwicklung braucht Zeit und Wiederholung.

Warum braucht mein Teenager morgens so lange?

Wenn dein Kind im Teenageralter ist (ich definiere das ab etwa neun Jahren), dann befindet es sich in der dritten Autonomiephase. Das heißt: Körper, Seele und Geist deines Kindes – einfach das komplette System – sind im Totalumbau. Und nach meinem zertifizierten Erziehungs- und Beratungskonzept LilaLiebe® steht in dieser Phase bei deinem Kind im Vordergrund, dass es eigene Erfahrungen sammeln möchte. Es darf herausfinden, wer es ist. Individualität darf sich frei entfalten. Und das zeigt sich eben gegebenenfalls auch darin, dass es ein Verhalten zeigt, das du als „Trödeln“ wahrnimmst.

Ich würde beim Thema Trödeln grundsätzlich einfach mal das Drama rausnehmen. Auch wenn du es als „respektlos“ empfindest. (Was das Verhalten deines Teenagers mit dem zu tun hat, was bei dir ankommt – dazu gleich mehr.) Denn dein Teenagerkind lernt unter anderem gerade, wie sich das Bedürfnis nach Respekt erfüllt – also andere so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werde möchte.

Ich möchte dich dazu einladen, dass du das Verhalten deines Teenagers als Ruf nach Unterstützung siehst. Wenn du die Gewaltfreie Kommunikation und bedürfnisorientierte Erziehung wirklich leben möchtest, schau zuerst auf dich und überlege dann, wie du dein Teenagerkind dabei unterstützen kannst, morgens rechtzeitig aus dem Bett zu kommen und im Alltag pünktlich fertigzuwerden.

Wie motiviere ich meinen Teenager zu mehr Pünktlichkeit?

Schau erst mal bei dir selber hin und komm raus aus der Verurteilung

Wenn dich das Verhalten deines Teenagers triggert, du es beispielsweise als respektlos empfindest, dann schau erst mal bei dir selbst hin. Also grundsätzlich ist „respektlos“ eine Verurteilung – da wollen wir raus. Wir wollen voll bedingungsloser Liebe, ohne Be- und Verurteilung auf unsere Kinder schauen und wertschätzende Kommunikation leben.

Gleichzeitig kann es sein, dass dich das „Trödeln“ deines Teenagerkindes auf die Palme bringt, weil dir in deiner eigenen Kindheit und Jugend beigebracht wurde, dich anders zu verhalten. Du hast Ärger bekommen, wenn du getrödelt hast. Und dein Nervensystem hat deshalb diese Art von Verhalten als „gefährlich“ abgespeichert. Du hast gelernt, zu „funktionieren“ und dass „man“ sich an Absprachen zu halten hat. Nur: Wir wollen ja weg vom Funktionieren und hin zu einer bedürfnisorientierten Elternschaft.

Das sind deine Gefühle.

Sie werden ausgelöst durch das Verhalten deines Teenagers. Und dahinter stecken deine unerfüllten Bedürfnisse. Das heißt: Du darfst dich fragen, was du in dieser Situation für dich tun kannst. Also immer, wenn dich das „Trödeln“ deines Teenagerkindes nervt oder auf die Palme bringt, sind das Momente, in denen du dich zuerst mit dir verbinden darfst. Komm raus aus alten Mustern, kümmere dich um dein Inneres Kind – dann wirst du offen für die Bedürfnisse deines Kindes.

Und dann ist die nächste Frage: Worum geht es deinem Teenagerkind gerade – was will es dir mit seinem Verhalten sagen? Wohl kaum: „Du gehst mir am Arsch vorbei.“ (Und auch wenn dein Teenagerkind das denken würde, wäre es in Ordnung, denn es ist ja seine Wahrheit.)

Erkenne die unerfüllten Bedürfnisse hinter dem Verhalten deines Teenagers

Erst, wenn du für dich geklärt hast, warum dich das Verhalten deines Teenagers herausfordert, bist du wirklich bereit, dein Teenagerkind zu unterstützen. Denn offensichtlich braucht es Unterstützung dabei, sich an Absprachen und Verabredungen zu halten, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein und seinen Kram geregelt zu bekommen. Es braucht eine gewisse Hilfe, um sich zu strukturieren. Und da bist du in deiner Elterlichen Verantwortung und deiner Elterlichen Führung gefragt. Dazu gleich mehr.

Was auch noch sein kann: Dass dein Teenager mit seinem Verhalten, das du als Trödeln empfindest, nach Gerechtigkeit fragt, wenn ihr in einem Familienkontext mit Geschwistern lebt. Vielleicht denkt dein Teenager so was wie: „Die Kleinen dürfen ja auch immer zu spät kommen. Auf die Kleinkinder wird immer gewartet, nur ich soll pünktlich sein!“ Und dann ist das Trödeln deines Teenagers ein Zeichen von fehlender Gerechtigkeit, was wiederum ein Unterbedürfnis von Sicherheit ist.

So oder so: Es geht um deine Elterliche Führung. Dazu kommen wir jetzt.

Komm in deine liebevolle Elterliche Führung

Du lebst deinem Kind vor, wie du behandelt werden möchtest. Du bist pünktlich zum verabredeten Zeitpunkt fertig. Und wenn du mal später fertig bist als vereinbart, dann teilst du das deinem Kind mit. Denn Zuverlässigkeit unterscheidet sich gegebenenfalls von Pünktlichkeit. (Du kannst dein Zuspätkommen dann später ja auch bedauern.)

Und was heißt jetzt in diesem Zusammenhang konkret liebevolle Führung? Zum Beispiel, dass du zu deinem Kind gehst und sagst: „Hey, wir sind bereit, loszugehen.“ oder „Es ist Zeit, dich zur Schule aufzumachen.“ Und dann: „Wie kann ich dir helfen, dass es klappt?“ Das heißt: Du stehst keinesfalls da und wartest und schaust deinem inneren Zeiger dabei zu, wie er immer weiter in den roten Bereich klettert. Sondern du übernimmst die Führung. Und du erkennst, dass dein Kind Unterstützung braucht – ohne es zu verurteilen, Erwartungen zu haben oder Vorwürfe zu machen. Denn Teenager haben diese kleinen Anteile eines drei- oder sechsjährigen Kindes in sich. (Die Anteile der früheren Entwicklungsphasen und die jeweiligen Bedürfnisse bleiben ja bis ins Erwachsenenleben.) Deshalb brauche ich dich als Mama oder Papa eines Teenagerkindes immer wieder in deiner Bereitschaft, für den dreijährigen Anteil in deinem Teenager die Führung zu übernehmen – ohne dass du deinen Teenager wie ein dreijähriges Kind behandelst.

E-Book für 0€

Wenn du noch besser verstehen willst, was in deinem Teenagerkind vor sich geht, lege ich dir meinen Teenie-Dolmetscher ans Herz. Mit diesem dreiteiligen E-Book kommst du endlich raus aus ständigen Ermahnungen und Machtkämpfen und erlebst die Pubertät deines Kindes als etwas Wunderbares – nämlich das große und großartige Finale deiner Elternschaft. Den Teenie-Dolmetscher bekommst du von mir für 0 € in dein Postfach geliefert.

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Welche Strukturen und Absprachen helfen deinem Teenager im Alltag?

So und jetzt kommen wir zur konkreten Umsetzung. Deine Aufgabe lautet, herauszufinden, wie dein Teenagerkind so Erfahrungen sammeln kann, dass es für alle in Ordnung ist. Wie es sich frei fühlen kann im Kontext eurer Absprachen.

Es wird ja Gründe geben, warum ihr bestimmte Absprachen im Alltag braucht. Und hier möchte ich einmal auf den Unterschied zwischen Regeln und Absprachen hinweisen: Regeln sind etwas, das du bestimmst – und dein Teenagerkind hat mitzumachen. Dagegen wird es gegebenenfalls früher oder später rebellieren. (Und ich feiere alle rebellierenden Teenager.) Absprachen dagegen trefft ihr gemeinsam, weil ihr bestimmte Dinge im Familienalltag so und so haben möchtet. Wenn du mehr über den Unterschied zwischen Absprachen und Regeln für Kinder wissen möchtest: Dazu habe ich einen Artikel für dich.

Sprecht immer wieder miteinander – ohne Be- und Verurteilung

Und dann kann es immer noch sein, dass jemand im Familiensystem Schwierigkeiten hat, sich an die Absprachen zu halten, zum Beispiel dein Teenagerkind. Wenn du beobachtest, dass das so ist, dann ist das ein Zeichen, dass ihr euch erneut hinsetzen und die Absprache so optimieren dürft, dass sie für alle umsetzbar ist. Und somit steckst du ja auch Grenzen. Das heißt: Die Bedürfnisse von Sicherheit werden erfüllt durch die Art und Weise, wie du auf dein Kind zugehst, dass du dich kümmerst und dass du präsent am Start bleibst.

Führe diese Gespräche immer ohne Verurteilung. „Du bist schon wieder zu spät gekommen“ ist eine Verurteilung. „Du hast dich nicht an unsere Absprache gehalten“ auch. Stattdessen lade ich dich ein, in die Beobachtung zu kommen. Sei so konkret wie möglich. Also zum Beispiel: „Statt wie vereinbart um 17 Uhr bist du um 18 Uhr nach Hause gekommen.“

Falls ihr – so wie wir – hin und wieder eine Familienkonferenz abhaltet, könnte das der geeignete Raum für solche Gespräche sein. Wie du in einer Familienkonferenz Konflikte mit Kindern lösen kannst – das erzähle ich dir in meinem Podcast; hör gern mal rein.


Schenke deinem Kind immer und immer wieder Empathie und bedingungslose Liebe

Gleichzeitig wird es in einem solchen Gespräch Empathie und bedingungslose Liebe geben. Weil alle Gefühle deines Kindes sein dürfen, es gesehen und gehört wird und es weiß: Hier werde ich nie verurteilt, sondern immer bedingungslos geliebt.

Und ich sage immer: Empathie ist wie ein Muskel, der trainiert werden darf. Du kannst deinem Kind im Alltag Empathie schenken, indem du ihm immer wieder Raum gibst, über Gefühle zu sprechen. Das kann sein, indem du deinem Kind die Hand auf die Schulter legst und sagst: „Hey, wie geht’s dir denn heute? Wie fühlst du dich?“ Und du kannst dein Kind auch mal fragen: „Wie äußert sich meine Liebe für dich? Woran erkennst du, dass ich dich liebe?“ Denn so lernst du die Sprache der Liebe deines Kindes. Du erfährst, durch welche deiner Handlungen sich bei deinem Kind im Alltag Liebe erfüllt.


Behalte die Bedürfnisse früherer Entwicklungsphasen im Blick

Nach meinem zertifizierten Erziehungs- und Beratungskonzept LilaLiebe® hat jede der drei Autonomiephasen von Kindern einen anderen Schwerpunkt, wenn es darum geht, welche Bedürfnisse jeweils im Vordergrund stehen. Je größer die Schwierigkeiten deines Teenagerkindes sind, sich an Absprachen zu halten, desto deutlicher wird, dass es versucht, sich auch um Bedürfnisse der vorherigen Entwicklungsphasen zu kümmern. Zum Beispiel könnte es sein, dass dein Teenager nach Empathie ruft, nach Liebe, nach Gemeinschaft oder nach Spiel und Spaß – das sind Bedürfnisse der zweiten Autonomiephase. Oder dein Kind fragt Grenzen ab, kümmert sich also um das Bedürfnis nach Sicherheit aus der ersten Autonomiephase.

Es braucht als deine Elterliche Führung in Bezug auf die Sicherheit deines Kindes und deine Elterliche Liebe, wenn es um Bedürfnisse von Zugehörigkeit geht. Und um das rauszufinden – worum es deinem Kind gerade geht – sind diese Gespräche mit deinem Teenager total wichtig.


Findet gemeinsame Strategien


Und in einem solchen Gespräch könnt ihr auch über eure Strategien sprechen: Wie kann denn eine Form der Unterstützung aussehen? Wo kannst du dein Kind im Alltag unterstützen?

Genauso dürft ihr über Grenzen sprechen: Welche Grenzen gibt es bei euch im Alltag – und was ist dir wichtig? Was sind deine Werte und wie kann sich daran gehalten werden? Also ihr findet gemeinsam Räume – Räume für dich und für die Teenagerbedürfnisse der dritten Autonomiephase.

Es braucht Wiederholung

Bei größeren Kindern wird oft erwartet: „Ich habe das einmal gesagt – dann wird es ja wohl passen.“ Nur: Auch hier gilt, dass es um Kinder in der Entwicklung geht. Und deshalb braucht es Wiederholungen. Sogar Erwachsene brauchen Wiederholungen.

Setzt euch also immer wieder hin und du darfst immer wieder sagen: „Das und das ist mir aufgefallen.“ Und du führst diese Gespräche ohne Erwartungen.

Und ich weiß: Durch die Wiederholung solcher Gespräche wird sich ganz viel verändern.

Trödeln als Warnsignal? 5 Strategien, wenn mehr dahintersteckt als nur eine Phase

Fazit: Trödeln verstehen statt bekämpfen

Wenn du den Eindruck hast, dass dein Teenager trödelt, ist das eine Einladung an dich, genauer hinzuschauen. Gleichzeitig darfst du darauf vertrauen, dass dein Teenager seinen eigenen Weg findet. Deine Aufgabe ist es, ihn dabei liebevoll zu begleiten, ihm Orientierung zu schenken und immer wieder herauszufinden, was dein Kind gerade braucht.

Oft gestellte Fragen (FAQ)

Ist es normal, dass Teenager morgens ewig brauchen? (H3)


In der Pubertät befindet sich dein Kind in einem riesigen Umbruch: Körper, Geist, Seele – alles verändert sich. Wenn dein Teenagerkind morgens lange braucht, darfst du deshalb schauen, welche Form der Unterstützung es braucht, um rechtzeitig loszukommen.

Wie setze ich Konsequenzen bei ständiger Unpünktlichkeit, ohne dass es zum Machtkampf wird? 


„Konsequenzen“ klingt für mich nach Bestrafung und ich lade dich herzlich ein, bei der Begleitung deiner Kinder Strafen in der Erziehung zu vermeiden. Stattdessen darfst du zusammen mit deinem Teenager schauen, was hinter der Unpünktlichkeit steckt und welche Unterstützung dein Kind braucht, damit es eigene Erfahrungen sammeln darf und gleichzeitig lernt, Verantwortung für gemeinsam getroffene Absprachen zu übernehmen.

Woran erkenne ich, ob mein Teenager nur trödelt oder etwas vermeidet? 


Sprich mit deinem Teenagerkind. Versuche zu verstehen, was hinter seinem Verhalten steckt und welches Bedürfnis gerade erfüllt werden möchte. Findet gemeinsam heraus, was dein Teenager braucht und wie du unterstützen kannst.

Wie baue ich eine Morgenroutine auf, die mein Teenager auch mitträgt? 


Sprecht gemeinsam darüber, welche Abläufe für euch passen und welche Unterstützung dein Teenager morgens braucht. So entstehen Absprachen, die für alle umsetzbar sind und bei Bedarf angepasst werden können.

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Herzlich willkommen auf meinem Blog!

Ich bin Kathy Weber, zweifache Mama und ausgebildete Trainerin der Gewaltfreien Kommunikation nach M. Rosenberg.
Ich helfe dir zu verstehen, was dein Kind dir mit seinem Verhalten wirklich sagen möchte und wie ihr Konflikte im Alltag in Verbindung lösen könnt.

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