„Mein Teenager-Kind widerspricht ständig!“ – Wie ihr Konflikte in Verbindung statt im Machtkampf lebt

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Es gibt diese Momente in deiner Elternschaft mit einem Teenager, in denen du vielleicht denkst: „Boah, wird denn jetzt hier ALLES ausdiskutiert?! Das ist mir echt zu anstrengend!“

Denn gefühlt hat dein Teenagerkind zu ALLEM was zu sagen. Und das, was du sagst, wird sowieso grundsätzlich erst mal in Zweifel gestellt. Und dann wächst dir diese ständige Diskutiererei manchmal über den Kopf. Deine Nerven liegen blank.

Warum gibt es in vielen Familien mit Teenagerkindern diesen ständigen Machtkampf? Was ist mit deinem Kind da eigentlich los? Und vor allem: Wie findet ihr Wege, damit das Familienleben für alle okay ist? Das schauen wir uns hier in diesem Artikel an.


Die wichtigsten Infos zusammengefasst:

Dein Teenagerkind befindet sich in einem krassen Entwicklungsprozess.

Deshalb verändert sich auch deine Rolle als Elternteil: Jetzt geht es immer mehr um
Begleitung auf Augenhöhe.

Dein Teenagerkind braucht dich weiterhin – nur anders als früher.

Hinter jedem Verhalten – auch Diskutieren und Widersprechen – steckt der Versuch deines Kindes, sich ein Bedürfnis zu erfüllen.

Die Haltung und die Schritte der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) helfen euch, auch in herausfordernden Situationen in Verbindung zu bleiben.

Warum dein Teenagerkind ständig widerspricht

Du denkst, dein Familienalltag mit Teenager ist stressig? Dann sag ich dir: Das ist er für dein Kind auch. Denn ein Mensch in der Pubertät hat unglaublich viel zu tun. Ja, wirklich! Auch wenn es für dich aussieht, als ob dein Kind die ganze Zeit chillt. Denn der Körper und das komplette Gefühls- und Seelenleben deines Kindes sind im Totalumbau. Es formt sich nichts weniger als die Identität deines Kindes!

Dein Teenagerkind braucht Raum für eigene Erfahrungen

Damit das überhaupt möglich ist, braucht dein Kind Raum, selber Erfahrungen sammeln zu dürfen. Das wird natürlich schwierig, wenn ihm ein Elternteil gegenübertritt, das ihm vermittelt: „Du bist jetzt alt genug – das und das hat jetzt echt einfach mal zu funktionieren.“ Oder wenn du das Kind verurteilst, weil manche Dinge erst mal schiefgehen.

Vielleicht fühlt es sich für dich manchmal so an, als würde dein Teenager einfach machen, was er will. Doch dein Teenagerkind braucht den Raum, selber Dinge erfahren zu dürfen wie:

Und es liegt in der Natur der Sache, dass dein Kind dabei auch Erfahrungen sammelt, die schmerzhaft sein können. Nur: Da braucht dein Kind ja am allerwenigsten, dass du sein Verhalten verurteilst. Sondern es braucht dich an deiner Seite. Und es braucht deine Empathie. Damit dein Kind lernt, Konsequenzen seines Handelns wahrzunehmen und daraus folgend sein Verhalten gegebenenfalls zu verändern.

Das ist eine Frage der Entwicklung und des Reifeprozesses und das braucht seine Zeit. Deine Aufgabe ist es, deinem Kind Raum für diese Erfahrungen zu geben und diese Erfahrungen dann auch zu begleiten – ganz gleich, ob sie „gut“ oder „schlecht“ waren.

Welche Bedürfnisse stecken hinter dem Widersprechen?

Und du darfst lernen, zu verstehen, worum es deinem Kind eigentlich geht. Welche Bedürfnisse versucht es sich mit der Diskutiererei zu erfüllen? Da darfst du dich genauer mit den Bedürfnissen der dritten Autonomiephase im Sinne der LilaLiebe®, meinem zertifizierten Erziehungs- und Beratungskonzept, auseinandersetzen.

In der LilaLiebe® unterscheide ich drei Autonomiephasen, in denen jeweils unterschiedliche Bedürfnisse im Vordergrund stehen. Dein Teenagerkind befindet sich in der dritten Autonomiephase. Ich könnte mir daher vorstellen, dass es deinem Kind beispielsweise um die Bedürfnisse nach Identität und Wahrhaftigkeit geht. Um so was wie „Ich stehe zu mir und ich bin echt. Ich kann alles sagen.“

Vielleicht wunderst du dich jetzt … Denn du kommst ja mit einem Schmerz hier zu mir auf die Seite: weil dein Eindruck ist, dass dein Teenager die ganze Zeit widerspricht und diskutiert. Und weil dich das gegebenenfalls unfassbar nervt und du willst, dass das aufhört. Vielleicht hast du erwartet, dass ich dir erzähle, was du tun kannst, wenn dein Kind „nicht auf dich hört“ oder dir „nicht gehorcht“ … wie du deine „Erziehung“ optimierst und welche „Konsequenzen“ du anordnest, damit dein Teenagerkind wieder so „funktioniert“, wie du das gerne hättest.

Doch hier läuft es anders. Statt zu überlegen, wie du das Verhalten deines Kindes verändern kannst, lade ich dich ein, deinen Blick auf sein Verhalten zu verändern. Falls du dich bisher wenig mit der Gewaltfreien Kommunikation und der LilaLiebe® befasst hast, ist das erst mal ein dickes Brett – ich weiß. Doch was ich aus der Begleitung und Beratung tausender Familien weiß: Dieser Perspektivwechsel kann dich in Verbindung mit deinem Teenagerkind, zu einem Familienleben auf Augenhöhe und zu mehr Leichtigkeit für dich selbst bringen.

Warum dein Perspektivwechsel und deine Haltung dabei so unfassbar wichtig sind – das schauen wir uns jetzt genauer an.

Perspektivwechsel: Was dein Teenagerkind jetzt von dir braucht

Marshall Rosenberg. Wenn ich die ein bisschen auf deine aktuelle Situation als Elternteil eines Teenagerkindes übersetze, heißt das für dich: Dein Teenagerkind ist keinesfalls auf der Welt, um dir das Leben zur Hölle zu machen.

Auch wenn du den Eindruck hast, dein Teenager provoziert dich ständig oder verhält sich respektlos:

Es ist weder „böse“ noch „trotzig“ noch tanzt es dir auf der Nase herum. Sondern: Dein Teenagerkind versucht, sich um sich zu kümmern. Mit jedem Verhalten versucht es sich ein Bedürfnis zu erfüllen.

Und obwohl dein Teenager zwar körperlich groß ist und in bestimmten Situationen mehr oder weniger reif ist, entwickelt sich der Mensch in der dritten Autonomiephase ganz stark und checkt erst nach und nach, wie das Leben so läuft.

Deshalb wird dein Kind gegebenenfalls Strategien wählen, die für andere Menschen herausfordernd sind oder die ungeeignet sind, das zu erreichen, was es eigentlich möchte. Das kann auch dazu führen, dass dein Teenager wegen vermeintlicher Kleinigkeiten ausrastet.

Und das zeigt umso mehr, dass dein Kind dich braucht: Du hilfst deinem Teenager dabei, Strategien zu entwickeln, mit denen er oder sie sich die eigenen Bedürfnisse so erfüllen kann, dass es für alle Beteiligten in Ordnung ist. Wenn dein Kind Strategien wählt, die für sich selbst und/oder die Gemeinschaft unverträglich sind, braucht es deine Hilfe.

Sei dir sicher und führe dir immer wieder vor Augen: Mit allem, was dein Teenagerkind macht, tut es in diesem Moment sein einzig Mögliches. Und du hast sein Verhalten weder zu bewerten noch zu verurteilen.

Deine Elternschaft verändert sich

Gleichzeitig verändert sich deine Rolle als Elternteil. Du darfst deinem Teenagerkind jetzt auf einer neuen Augenhöhe begegnen. Du darfst loslassen. Du darfst dich davon verabschieden, Elternteil eines drei- oder sechsjährigen Kindes zu sein. Du darfst die Kindheit deines Kindes verabschieden und die Teenagerzeit begrüßen.

Der große Vorteil der dritten Autonomiephase ist, dass ihr euch ganz anders als bisher einander mitteilen könnt. Und das bedeutet auch: Du kannst deinem Teenagerkind sagen, dass du deine Elternschaft ab jetzt anders leben möchtest.

Dieser Prozess braucht Zeit und viel Wiederholung. Du darfst immer und immer wieder in deine Haltung kommen. Sei barmherzig mit dir selbst. Auch ich hatte während der Begleitung meines Sohnes mit manchen Dingen Herausforderungen.

Es geht ja auch keinesfalls darum, dass es zwischen dir und deinem Teenagerkind keine Herausforderungen und Konflikte mehr gibt. Die Frage ist: Wir durchlebt ihr sie – in Verbindung oder im Machtkampf?

Wenn du mehr darüber wissen willst, wie du wirklich Pubertät verstehen lernst, höre gern in meine Podcast-Folge dazu rein!

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Wie du dein Teenagerkind jetzt auf Augenhöhe begleitest

Vielleicht bist du hier gelandet, weil du nach Erziehungstipps für Teenager gesucht hast. Ich selber spreche lieber von der Begleitung deines Teenagerkindes. Denn für mich bedeutet Elternschaft, dass du dein Kind auf seinem Weg begleitest und ihm dabei hilfst, sein eigenes, starkes Selbst zu entwickeln.

Und ich nehme mal an, genau das wünschst du dir für dein Teenagerkind und eure Beziehung:

Gleichzeitig hast du angesichts der ständigen Diskussionen Sorge, dass du den Kontakt zu deinem Teenagerkind verlierst. Und die Strategien, die du bisher in der Begleitung deines Kindes eingesetzt hast, laufen plötzlich ins Leere.

Dann lade ich dich ein, einen Schritt zurückzugehen und erst mal hinzuschauen: Was ist da eigentlich gerade los bei deinem Kind?

Die vier Schritte der GFK in der Begleitung deines Teenagerkindes

Wenn du hier bei mir auf der Seite bist, hast du sehr wahrscheinlich schon mal was von den vier Schritten der Gewaltfreien Kommunikation gehört. In der Begleitung deines Teenagerkindes werden diese vier Schritte immer wichtiger.

Und die Grundlage der Technik ist natürlich die Haltung der Gewaltfreien Kommunikation. Denn die vier Schritte sind keinesfalls ein Werkzeug, mit dem du dein Teenagerkind dazu bringst, sich so zu verhalten, wie du es gerne hättest. Es geht darum, dass du dich wirklich von der Verurteilung deines Kindes verabschiedest und zu verstehen versuchst, was hinter seinem Verhalten steckt. Zu dieser Haltung möchte ich dich immer wieder einladen.

Was Nachbeeltern in der dritten Autonomiephase bedeutet

Und wenn du hinter das Verhalten deines Teenagerkindes schaust, wirst du vielleicht Bedürfnisse erkennen, die du eher aus früheren Autonomiephasen kennst. Und damit sind wir beim Nachbeeltern. (Wenn wir uns in späteren Entwicklungsphasen um die Erfüllung von Bedürfnissen früherer Entwicklungsphasen kümmern, dann nenne ich das Nachbeeltern.)

Bei deinem Teenagerkind können sich die Bedürfnisse der dritten Autonomiephase (wie etwa Achtung, Integrität, Freiheit oder Individualität) erst dann erfüllen, wenn die Bedürfnisse der ersten beiden Autonomiephasen (vor allem Sicherheit und Zugehörigkeit) weitgehend erfüllt sind. Die Bedürfnisse der ersten beiden Autonomiephasen bleiben ja auch in der dritten Autonomiephase bestehen. Und gerade in herausfordernden Situationen rücken sie wieder mehr in den Vordergrund.

Wenn du dir zum Beispiel denkst: „Häh, was ist denn los, mein Teenager verhält sich wie ein:e Dreijährige:r!?“ – dann liegt das wahrscheinlich daran, dass sein Oberbedürfnis nach Sicherheit, das in der ersten Autonomiephase im Vordergrund steht, gerade unerfüllt ist. Und dann geht es darum, dass das Nervensystem deines Teenagers erfahren darf: Ich bin in Sicherheit. Denn nur dann kann sich dein Kind weiterentwickeln.

Und genau darum geht es im Kern auch in meinem zertifizierten Erziehungs- und Beratungskonzept, der LilaLiebe®: zu erkennen, was dein Kind braucht, und dafür zu sorgen, dass es alles hat, was es braucht. Und je mehr dein Kind das bekommt, desto mehr kann es fundierte Bindung entwickeln und sein Selbst gestalten. Und desto mehr ist es dazu bereit, zum Wohle aller beizutragen.

Fazit: Wie ihr Konflikte in Verbindung lebt

Vielleicht bist du hierhergekommen, weil du dir wünschst, dass dein Teenagerkind endlich weniger widerspricht und diskutiert. Doch wir sind ja hier keineswegs bei „Wünsch dir was“.

Was du tun kannst: deinen Blick auf dein Kind verändern. Und hinter dem Widersprechen und Diskutieren die unerfüllten Bedürfnisse erkennen lernen. Gemeinsam findet ihr einen Weg, wie diese Bedürfnisse so erfüllt werden können, dass es für alle Beteiligten okay ist.

Ihr werdet weiterhin diskutieren. Und ihr werdet wahrscheinlich auch weiterhin Situationen erleben, die euch beide herausfordern. Doch ihr werdet lernen, dass ihr Konflikte in Verbindung leben könnt – auch wenn ihr komplett unterschiedlicher Meinung seid.

Oft gestellte Fragen (FAQ)

Wo liegt die Grenze zwischen berechtigten Regeln und unnötigem Machtkampf? 

Dein Teenagerkind braucht Orientierung und deine Elterliche Führung – und gleichzeitig immer mehr Raum, eigene Erfahrungen machen zu dürfen. Die Frage ist weniger, welche Regeln „berechtigt“ und welcher Machtkampf „unnötig“ ist – sondern vielmehr, um welche Bedürfnisse es deinem Kind gerade geht. Und deine Aufgabe ist es, mit deinem Teenagerkind zusammen Strategien zur Bedürfniserfüllung zu finden, die für alle Beteiligten in Ordnung sind.

Wie reagiere ich, wenn mein Teenager mich anschreit oder beleidigt? 

Auch wenn die Strategie deines Teenagers dir komplett ungeeignet erscheint: Hinter seinem Verhalten steckt ein unerfülltes Bedürfnis. Wenn dein Teenager dich anschreit oder du dich von seinen Aussagen beleidigt fühlst, sind wahrscheinlich bei euch beiden die Zeiger im roten Bereich. Eure Nervensysteme sind auf Alarm. Da geht es dann erst mal drum, dass ihr euch seelisch und emotional in Sicherheit bringt und euch reguliert. Und dann könnt ihr gemeinsam hinschauen: Was war da vorhin los? Worum ging es deinem Kind – und worum ging es dir? Und dann dürft ihr gemeinsam Strategien finden, wie dein Kind sich um sich kümmern kann, sodass es auch für dich in Ordnung ist.


Warum ist mein Kind in der Pubertät plötzlich so anders als früher? 

Dein Teenagerkind befindet sich in einem krassen Entwicklungsprozess. Es löst sich von dir, will eigene Erfahrungen sammeln und entwickelt sein eigenes Selbst. Das fühlt sich für dich vielleicht erst mal wie ein Verlust an („Wir kamen doch früher immer so gut klar …“) – um diese Gefühle darfst du dich kümmern.
Und du darfst die Beziehung zu deinem Kind neu gestalten. Dein Kind braucht dich weiterhin – nur anders als früher. Jetzt geht es um eine Beziehung auf neuer Augenhöhe.

Ist es noch möglich, die Beziehung zu verbessern, wenn das Vertrauen weg ist? 

Es ist nie zu spät, die Beziehung zu deinem Kind anders zu leben. Die Vergangenheit ist, wie sie ist. Doch du hast immer das Hier und Jetzt! Und da du deinem Teenagerkind auf Augenhöhe begegnest, kannst du ihm ganz offen sagen: „Ich möchte meine Elternschaft ab jetzt anders leben.“ Und dann könnt ihr ab sofort neu begegnen und eure Beziehung neu gestalten: eine Beziehung voller Nähe, Vertrauen und Verbindung.

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In der dritten Autonomiephase stehen Bedürfnisse wie Achtung, Freiheit, Individualität und Integrität im Vordergrund. So sehr es in den ersten beiden Autonomiephasen Sinn macht, auf Belohnung und Bestrafung, Drohen, Manipulation und Ablenkung zu verzichten: In der Pubertät ist das noch mal eine ganz andere Liga und ich feiere jeden Teenager, der dagegen rebelliert. Wenn du dich anlässlich der dritten Autonomiephase deines Kindes nochmals eingehend mit dem Thema Belohnung und Bestrafung beschäftigen möchtest, lege ich dir meinen „Ohne-Wenn-Dann-Kompass“ ans Herz. In diesem E-Book für 0 € bekommst du konkrete Beispiele und Formulierungen für deinen Familienalltag, mit denen dein Kind freiwillig kooperieren kann.

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Herzlich willkommen auf meinem Blog!

Ich bin Kathy Weber, zweifache Mama und ausgebildete Trainerin der Gewaltfreien Kommunikation nach M. Rosenberg.
Ich helfe dir zu verstehen, was dein Kind dir mit seinem Verhalten wirklich sagen möchte und wie ihr Konflikte im Alltag in Verbindung lösen könnt.

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